Sonntag, 8. Dezember 2013

Interview mit Micha Krämer

Über dieses Interview habe ich mich wirklich sehr gefreut, denn ich habe Micha Krämer bereits persönlich in Köln getroffen. Bei diesem Treffen konnte ich erleben, dass Micha nicht nur schreiben, sondern auch wunderbar erzählen kann. Es ist wirklich ein Genuss ihm zuzuhören, wenn er eine Geschichte weitergibt. Leider habe ich es bisher noch nicht die Gelegenheit auf eine seiner Lesungen zu gehen, aber ich werde das bestimmt noch einmal nachholen können. 

Zwei Bücher habe ich bisher von Micha gelesen und ich war immer begeistert. Es werden also bald weitere Reisen in Michas Geschichten folgen. Tod im Lokschuppen habe ich bereits zu Hause und dieses Buch wird bestimmt in den nächsten Wochen von mir gelesen.

Hier findet ihr nun mein Interview mit Micha. Viel Spass beim Lesen.

1. War es schon immer dein Traum einmal als Schriftsteller tätig zu sein?

Klares Nein! In der Schule war ich in Deutsch ein Fünferkandidat. Im Diktat immer ne sechs. Die Aufsätze gingen so eben. Vermutlich lag es daran, dass ich auf dieses Fach absolut keinen Bock hatte. Gelesen habe ich als Kind viel. Vielleicht war  es mein Glück, dass es damals nur drei Programme in der Glotze gab und die auch erst ab dem späten Nachmittag gesendet haben.

2. Was waren deine ersten Schritte auf dem Weg zur Schriftstellerei? Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben?

Vor einigen Jahren war ich mal schwer krank und habe fast drei Monate in einer Klinik liegen müssen. Damals habe ich vor lauter Langeweile und unter dem Einfluss der übelsten Schmerzmittel angefangen zu schreiben. Einfach nur mal so. Für mich. Erzählt habe ich niemandem davon. Als es mir wieder besser ging war die „Karriere“ als Schriftsteller auch schnell wieder vorbei und das Manuskript schlummerte friedlich auf der Festplatte meines Laptops.

Richtig angefangen hat es dann am 2. Weihnachtstag 2008. Meinem Junior war langweilig. Als Ausweg aus dieser Misere gab es wieder mal nur den Fernseher, der aber bereits von mir belegt war. Ich riet meinem Sohn er möge etwas lesen. Die Antwort: „Ich habe kein Buch!“

Ich sarkastisch: „Soll ich dir eins schreiben?“

Meine Frau laut lachend: „Das will ich sehen“

Am selben Abend waren die ersten zwei Kapitel von „Willi und das Grab des Drachentöters“ fertig, da haben sie dann nicht mehr gelacht. Das Buch erschien im August 2009 über „Books on Demand“ und wurde Regional tatsächlich ganz gut verkauft. Im November 2009 erschien der 2. Band. Irgendwann fiel mir wieder das Manuskript in den tiefen der Festplatte ein, das ich Jahre zuvor in der Klinik schrieb: „Keltenring“
 

3. Hast du vielleicht ein literarisches Vorbild?

Eigentlich nicht. Ich habe auch keine Lieblingsautoren. Natürlich gibt es welche deren Bücher ich gerne lese und andere die ich nicht so mag. Menschlich mag ich Klaus- Peter Wolf sehr von dem ich natürlich auch gerne lese.

4. Ist dein Autorenname ein Pseudonym oder hast du jemals daran gedacht dir ein Pseudonym für deine Leidenschaft Schreiben zuzulegen?
 

Eigentlich heiß ich ja Michael Krämer. Aber schon als Kind haben alle immer nur Micha zu mir gesagt. Ist das jetzt ein Pseudonym? Eher nicht. Bei Keltenring habe ich kurz überlegt ein Pseudonym zu benutzen, hab es dann aber zum Glück nicht gemacht.
 

5. Wie sieht dein Alltag als Schriftsteller aus? Hast du ein bestimmtes Ritual bevor du mit einem neuen Buch beginnst?

Nein! Ich kann auch überall schreiben. Zuhause auf dem Sofa, in der Küche in einem Cafe ...... Im Grunde überall.

6. Wo bekommst du die Ideen für deine Bücher her? Wie wählst du die Namen für deine Figuren aus?

Keine Ahnung! Die Ideen sind einfach da. Oft beim Autofahren oder beim Spazieren gehen. Die Idee für den Roman, an dem ich gerade schreibe kam mir zum Beispiel beim bezahlen an der Tankstellenkasse.

Ich muss es dann natürlich sofort aufschreiben, sonst ist es wieder weg.

Meist schreib ich dann erst mal nur den Klappentext für hinten auf das Buch.

Die Herkunft der Namen ist unterschiedlich. Mal  zusammengesetzt aus mehreren Namen aus dem Telefonbuch. Ein andermal leicht abgeänderte Namen aus dem Alltag.

7. Hast du auch schon einmal mit den Problem einer Schreibflaute zu kämpfen gehabt und wenn ja wie hast du dieses Problem gelöst?

Ja, aber anders wie man vermuten würde. Ideen hab ich nämlich eigentlich fast immer und viele. Die Schreibflaute äußert sich eher dadurch, dass ich nicht zum Schreiben komme, weil ich noch soviel anderes zu tun habe. Der Kopf ist voll und ich würde alles gerne zu Papier bringen, kann aber nicht weil andere Sachen in dem Moment wichtiger sind.
 

8. Welche drei Bücher werde ich in deinem Bücherregal finden, die ich unbedingt auch lesen sollte?

Krabat, Die Gebrüder Löwenherz und die gesamte Schreckensteinreihe

9. Schreibst du lieber Serien- oder Einzelbücher?

Schwere Frage. Beides hat was. Serien finde ich einfacher da man die Protagonisten nicht jedes Mal neu erfinden muss. Andererseits wird es mit einer Serie auch schnell mal eintönig. Derzeit schreibe ich parallel an meiner Krimiserie und an einem Einzelprojekt.

10.  Wie geht es dir, wenn du ein Buch beendet hast? Bist du dann erleichtert oder vielleicht auch ein wenig traurig?

Eher erleichtert.  Weil ich meist im Kopf schon beim nächsten Projekt bin und kaum erwarten kann damit zu beginnen.

11.  Was würdest du jemanden raten, der auch Schriftsteller werden will?

Ich glaube das kann man nicht planen. Wer Spaß am Schreiben hat, sollte es einfach versuchen. Ich befürchte allerdings man kann „schreiben“ nicht wirklich lernen oder gar erzwingen. Es ist wie Musik machen. Entweder man hat es oder man hat es nicht. Jeder Mensch kann irgendetwas besser als viele andere. Er muss halt nur für sich selbst rausfinden was das ist. Ich zum Beispiel kann weder malen noch bin ich sonderlich sportlich. Wichtig ist, dass man der ist, der man ist. Sich nicht verbiegt, oder sich einen Stil aufzwingen lässt. Schlimm finde ich es auch, wenn man Leuten versucht bei teuren Kursen einzureden, das sie Schreiben lernen können auch wenn die total talentfrei sind. Aber einen Versuch ist es immer wert. Wer möchte soll es ausprobieren und sich anschließend mehrere Meinungen von mehreren, ehrlichen Menschen holen. Und bloß nie bei Verlagen unterschreiben die zuerst einmal Geld von einem angehenden Schriftsteller haben wollen! Die wollen nämlich nicht dein Buch sondern nur dein „BESTES“  


Hier könnt ihr Micha auch mal live erleben. Seine Lesungen sind eine Mischung aus Literatur und Musik.



Von Micha Krämer sind bisher folgende Bücher erschienen:


Kinderbücher ab 9 Jahre:
  • Willi und das Grab des Drachentöters 
  • Willi und das verborgene Volk
  • Willi und Geheimniss der Ostseepiraten
  • Willi und das Rätsel von Loch Ness
Roman:
Krimis mit der Kommissarin Nina Moretti:
  • Tod im Lokschuppen 
  • Krähenblut
  • Tod im Elefantenklo
  • el toro
All-Age Jugendkrimi  
© claude

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