Donnerstag, 30. Januar 2014

Die Gefangene des Highlanders von Megan MacFadden

Eine Geisel zum Verlieben

Als der Ritter Braden MacDean von seinem Kreuzzug aus dem Heiligen Land nach Scottland zurückkehrt sehnt er sich endlich nach Frieden und Ruhe. Doch leider muss er bei seiner Rückkehr feststellen, dass seine komplette Familie durch eine Fehde mit dem benachbarten Clan der MacAron ausgelöscht wurde. Auch ihre Burg findet er in Trümmern vor. Alle Besitztümer gehören jetzt dem alten MacAron.

Braden kann dass alles nicht glauben. Er begibt sich zur Burg des Clanführers, um mit diesem zu sprechen. Aber MacAron will nicht mit Braden verhandeln und wirft diesen raus. Braden ist aufgebracht. Auf seinen Heimweg trifft der auf die Marian MacAron, die Tochter des Clanführers. Kurzerhand entführt der Sie und nimmt sie als Geisel. Aber Marian ist nicht so leicht zu bändigen und schon bald macht diese Frau Braden das Leben noch ein bisschen schwerer.

Dieser historische Liebesroman von Megan MacFadden hat mir gut gefallen. Ich mag freche und selbstbewusste Frauen, die sich nicht so leicht einschüchtern lassen. Zusätzlich haben sich beiden Hauptprotagonisten mehrere Wortschlachten bzw. -gefechte geliefert, die sehr anregend und auch sehr spannend zu lesen waren.

An einigen Stellen des Buches hätte ich mir vielleicht eine etwas weniger ausgeprägte Dickköpfigkeit von Braden gewünscht, dann wäre die Geschichte von Braden und Marian etwas schneller und auch flüssiger vorangeschritten.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen und ich vergebe gerne für diese historische und auch kurzweilige Lektüre 8 von 10 Punkte. Dieses Buch ist hervorragend dafür geeignet mal dem grauen Alltag für einige Stunden zu entfliehen.

Wer sich selbst eine Meinung über das Buch bilden möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude

Montag, 27. Januar 2014

Alles nur (k)ein Mann von Martina Gercke und Katja Schneidt

Turbulentes WG-Leben

Greta und Marie suchen für ihre Frauen-WG einen Ersatz, nachdem ihre Freundin wegen des Berufs nach München gezogen ist. Sie sind sich einig. Sie wollen definitiv keinen Mann als Nachmieter. Nach einigen Tagen mit etlichen Wohnungsbesichtigungen müssen die Beiden leider feststellen, dass es gar nicht so einfach ist einen passenden Ersatz für Lisa zu finden. Als dann Tim zur Wohnungsbesichtigung bei Ihnen auftaucht sind Greta und Marie sofort von ihm begeistert. Tim ist nett, gutaussehend und kann auch noch wunderbar kochen. Als Tim dann offenbart, dass er schwul ist, sind die Mädels sofort bereit ihm das Zimmer von Lisa zu überlassen. Mit Tim kommt frischer Wind in das WG-Leben, aber kann die Frauenfreundschaft diesen frischen Wind auch überstehen?

Dieser Roman vom Autorenduo Gercke und Schneidt ist ganz nett und auch schnell zu lesen. Der Schreibstil ist einfach, teilweise auch komisch bzw. amüsant. Leider habe ich oftmals beim Lesen dieser Geschichte gedacht, warum verhalten sich die beiden WG-Mädels so, da sie ja laut Geschichte sogar studiert haben sollen und warum sind sie dann so naiv. Ein bisschen Weltfremd kamen mir die Buchhändlerin und Assistentärztin dann doch vor und ich konnte ihr Verhalten nicht wirklich nachvollziehen.

Leider hat mir aus diesem Grund dies Buch im Gesamtpaket nicht so gut gefallen, wie Bücher die ich bereits von Martina Gercke gelesen habe. Diesmal kann ich dem Buch leider nur 6 von 10 Punkte geben.

Wer sich selbst eine Meinung über das Buch bilden möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude

Sonntag, 26. Januar 2014

Der Gaukler von Thomas Ziebula

Die Geschichte des Gauklers David und der Schneiderstochter Susanna

Wir schreiben das Jahr 1622. Schon seit Kindertagen sind der Bauernsohn Hannes Stein und die Schneidertochter Susanna Almut miteinander befreundet. Aber schnell verbindet die Beiden mehr. Sie verlieben sich in einander. Dies wird leider von Susannas Eltern nicht gern gesehen, da sie protestantisch sind und Hannes katholisch erzogen worden ist. Susannas Vater überredet Hannes erst einmal seine Gesellenzeit und somit Wanderjahre hinter sich zu bringen bevor er noch einmal um Susannas Hand anhalten darf. Susanna verspricht Hannes auf ihn zu warten. Aber die Kriegsjahre machen es den Beiden nicht leicht und schlussendlich trennt sie der Krieg, als dieser das Heimatdorf der Liebenden erreicht.

Susanna flieht zu einem Teil ihrer Familie nach Heidelberg. Dort erhält sie bald Nachricht über Hannes Tod. Aber sie hat keine Zeit zum Innehalten, denn sie wird in den Kriegswirren von einer anderen Gefahr bedroht. Der charismatische Gaukler David hilft ihr zu fliehen und gewinnt schließlich auch ihr Herz. Schließlich heiratet sie David sogar. Aber dann muß sie erfahren, dass Hannes noch lebt....

Diese Geschichte von Thomas Ziebula ist ein sehr umfangreicher historischer Roman, der vom Autor sehr gut recherchiert ist. Schnell kann sich der Leser in die Kriegswirren und in Heidelberg in der Zeit des 17. Jahrhunderts einfinden. Man fühlt richtig die Ängste und Zweifel von Susanna, merkt ihr ihre Unentschlossenheit und Trauer auch an und kann sie nachempfinden.

Weiterhin zeigt uns Thomas Ziebula auch die wunderbare, aber nicht unkomplizierte Welt der Gaukler und ihre Probleme bei der Wanderung von Stadt zu Stadt auf. Hier kann der interessierte Leser einiges über den Beginn der Schauspielerei in deutschen Landen erfahren. Der Broterwerb fürs fahrende Volk war schwer und war meist nur mit einer zusätzlichen Gaunerei zu erreichen.

Leider hat sich der Autor in den über 600 seitigen umfassenden Roman auch hin und wieder in der Beschreibung seiner Figuren und der Umfeldbeschreibung regelrecht verloren. Dies hat dazu geführt, dass mir die Geschichte an einigen Stellen etwas zäh und langatmig vorgekommen ist.

Leider kann ich aus diesem Grund diese Geschichte nur mit 7 von 10 Punkten bewerten. Eine historische Reise ins 17. Jahrhundert mit viel Krieg, Kämpfen und einen Einblick in die Welt der Gaukler.

Wer sich selbst eine Meinung über das Buch bilden möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude


Mittwoch, 22. Januar 2014

Interview mit Tim Boltz

Ich habe im letzten Jahr zusammen mit weiteren Buchliebhabern bei einer Leserunde von LovelyBooks das Buch Linksträger von Tim Boltz gelesen. Bei bestem Sommerwetter habe ich also mit offener Balkontür gelesen und habe durch meine heftigen Lachanfälle bei der Lektüres dieses wirklich sehr lustigen Buches meine Nachbarn wunderbar und teilweise auch sehr lautstark unterhalten. 

Ich bin immer noch total begeistert von Tims Erzählstil und seinem Humor. Seit der Lektüre von Linksträger bin ich ein großer Fan von Tims Arbeit.  Leider hat wurde im Rahmen der Leserunde auch schnell klar, dass es keinen neuen Roman mit Robert Süßemilch mehr schreiben wird. Aber ich hoffe doch sehr, dass wir demnächst etwas anderes von Tim zu lesen bekommen.


Hier findet ihr nun ein kleines Interview mit Tim. Geduldig hat er meine Fragen beantwortet. Aber lest doch einfach selbst.

1. War es immer schon dein Traum einmal als Schriftstellerin tätig zu sein? 
 
Nein, sicher nicht. Ich war auch in der Schule nicht unbedingt eine Koryphäe und mein Deutschlehrer wäre wohl ebenfalls jede Wette eingegangen, dass aus mir kein Schriftsteller werden würde.

2. Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben? Hast du vielleicht ein literarisches Vorbild?

Nein, ein Vorbild habe ich nicht. Man sollte auch immer eher seinen eigenen Weg gehen. Aber natürlich findet man bei diversen Kollegen Anregungen was Tempo, Setting, Charakterprofile oder Spannungsbögen angeht. Zum Schreiben bin ich gekommen, als ich in der Sport-Redaktion der Jugendzeitschrift BRAVO gearbeitet hatte.

3. Wie sieht dein Alltag als Schriftsteller aus?

Das stellt man sich meist romantischer vor als es wirklich ist. Ich mache mir nicht jeden morgen erstmal eine Kanne Tee, gehe eine Stunde im Herbstlaub spazieren und schreibe dann meine Gedanken nieder. Ich bin vielmehr ein Nachtschreiber. Es kann dann durchaus auch mal bis zum Sonnenaufgang gehen.

4. Hast du ein bestimmtes Ritual bevor du mit einem neuen Buch beginnst?
 
Nein, besondere Rituale, um eine Inspiration zu bekommen habe ich nicht. Die meisten Ideen hat man eher im Alltag. Beim Einkaufen, Auto-Fahren oder auch beim Toilettengang. Es gibt aber durchaus Kollegen, die immer nur im gleichen T-Shirt schreiben oder an einem ganz bestimmten Platz im Haus.

5. Wie wählst du die Namen für deine Figuren aus?
 
Unterschiedlich. Manchmal ist es von Anfang an klar, dass die Person so heißen wird, bei Robert Süßemilch war das der Fall. Andere Namen wähle ich weniger bedacht aus, sondern schaue im Videotext den nächstbesten Namen raus. Wenn also demnächst eine Figur Skywalker heißt, könnte es sein, dass ich gerade Star Wars gesehen habe...

6. Hast du auch schon einmal mit den Problem einer Schreibflaute zu kämpfen gehabt und wenn ja wie hast du dieses Problem gelöst?
 
Ja, das gibt es immer mal wieder, ist aber normal. Da mache ich mir wenig Gedanken drüber. Meist geht das auch schnell wieder vorüber. Es ist wie in jedem anderen Beruf auch: Mal gibt es gute, mal weniger gute Tage.

7. Welche drei Bücher werde ich in deinem Bücherregal finden, die ich unbedingt auch lesen sollte?
 
Ich habe da eine interessante Comedy-Trilogie im Regal stehen, die ich jedem nur empfehlen kann. "Weichei", "Nasenduscher" und "Linksträger"...

8. Schreibst du lieber Serien- oder Einzelbücher?
 
Das kommt auf das Thema an. Robert hat mir einfach so viel Spaß gemacht, dass ich ihn auch über drei Jahre ertragen konnte. Das nächste Projekt wird jedoch eher ein Einzelbuch.

9. Wie geht es dir, wenn du ein Buch beendet hast? Bist du dann erleichert oder vielleicht auch ein wenig traurig?
 
Der schlimmste Moment ist nicht der Punkt, an dem man das Buch beendet hat, sondern wenn man das Buch beim Verlag abgibt oder es im Handel herauskommt. Damit gibt man sich immer jeglicher Kritik preis und fragt sich, warum man sich das immer wieder antut. Schließlich kann man nichts mehr an dem Buch ändern. Eine gewisse Machtlosigkeit macht sich da gerne breit.

10. Was würdest du jemanden raten, der auch Schriftsteller werden will?
 
Beharrlich bleiben, jedoch nicht blind für Kritik und ehrliche Worte Dritter werden. In erster Linie sollte man Schreiben, weil es Freude bereitet und nicht aus der Motivation heraus, einen Bestseller verfassen zu wollen. Dann kann das Schreiben eine tolle Bereicherung für jeden werden.


 

Danke Tim, dass du dir die Zeit für meine Frage genommen hast und den Titel ComedyAutor hast du meiner Meinung nach auch wirklich verdient. 

Wenn ihr jetzt auch Lust auf die Comedy-Triologie bekommen habt, dann könnt ihr euch schon einmal hier von Tims Talent überzeugen lassen.

© claude


Dienstag, 21. Januar 2014

Stadt der Diebe von David Benioff

Eine bewegende Geschichte

Zwei junge russische Männer werden im Jahre 1942 in Leningrad festgenommen. Lew wird wegen Plünderung eines deutschen Soldaten und Kolja wegen Dessertation von der Armee festgenommen. Eigentlich droht den Festgenommenen bei solchen Verbrechen direkt die Exekution vor Ort, aber der Befehlshaber der polizeilichen Truppen hat einen Auftrag für die Beiden. Ihre Aufgabe lautet im verschneiten und kriegsgeplagten Leningrad ein Dutzend Eier für die Hochzeitstorte der Tochter des Polizeichefs aufzutreiben. Wenn ihnen das gelingt, dann werden die Männer wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Beiden bekommen 6 Tage Zeit diese schier unmögliche Aufgabe zu lösen.

In dieser Geschichte lernen wir den introvertierten Lew und den charismatischen Kolja kennen. Wir begleiten die beiden unterschiedlichen jungen Männer auf ihrer Reise zwischen die Fronten auf der Suche nach den geforderten Eiern.

Der Autor David Benioff scheint in diesem Buch die Geschichte seines Großvaters zu erzählen, der damals in Leningrad um sein überleben gekämpft hat. Leider klärt der Autor nicht entgültig auf, ob es sich bei dieser Geschichte um die wahre Geschichte seines Großvater handelt oder ob die Geschichte seiner Phantasie entsprungen ist. Aber das ist eigentlich auch nicht wirklich wichtig. Benioff hat mit seiner Erzählung ein wunderbares Buch geschaffen, dass den Leser in eine grausame, aber auch wiederum einzigartigen Welt entführt. Es zeigt die Gräueltaten des Krieges, aber auch den Zusammenhalt und die Freundschaft, die aus so einer Extremsituation entstehen und überdauern kann.

Mich hat die Geschichte von Lew und Kolja sehr bewegt und tief gerührt. Für Liebhaber historischer Romane ist dieses Buch ein unbedingtes Muss.

Obwohl das Jahr 2014 noch jung ist, wage ich bereits zu behaupten, dass dieses Buch eines meiner Lesehighlights dieses Lesejahres sein wird. Ich vergebe 10 von 10 Punkte und Favouritenstatus.

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© claude

Samstag, 18. Januar 2014

Drei Bier auf die Vier von Maria Rossbauer

Mach deinen Traum wahr

Sonja Obermeier träumt schon lange von ihrer eigenen Kneipe. Als Tochter der ehemaligen Klinglwirtin wächst sie bereits in der Gastromiebranche auf und liebt diese Welt seid ihrer Kindheit. Zusammen mit ihrer Freundin Maria macht sie endlich ihren Traum wahr und die beiden stürzen sich in das Abenteuer Kneipeneröffnung und Wirtinnenleben. Aber so eine Selbstständigkeit in der Gastronomiebranche ist nicht so einfach. Sonja muss bald schmerzlich feststellen, dass nach der Eröffnung ihrer Kneipe die Herausforderungen und der eigentliche Wahnsinn erst beginnen.

In diesem Buch erzählt uns Maria Rossbauer ihre und Sonjas Geschichte. Wir dürfen die Freundinnen auf ihren Weg in die Selbstständigkeit begleiten und erfahren viel über die auftretenden Probleme eines Gastronomiebetriebs. Es war sehr unterhaltsam, amüsant und auch wirklich sehr spannend Sonja und Maria auf ihren Weg zur Kneipeneröffnung zu begleiten. Sie hatten viele Hürden zu meistern und zu umschiffen, um sich ihren Traum zu erfüllen. Aber damit der Traum auch weitergelebt werden kann muss jeden Tag weiter gekämpft und hart gearbeitet werden. Nachdem ich Sonja und Maria auf diesen Weg kennengelernt habe wünsche ich ihnen von Herzen, dass sie ihre Ziele und Träume im Auge behalten und auch weiterhin leben können.

Sollte ich einmal in München sein möchte ich gerne im Klinglwirt einkehren und Sonja persönlich treffen. Durch das Buch habe ich das Gefühl sie bereits gut zu kennen. Die Geschichte ist für jeden sehr interessant, der sich für die Begebenheiten und Besonderheiten einer Kneipeneröffnung erwärmen können. Mir persönlich hat der Mut der Beiden sehr imponiert und auch ganz neue Einblicke gewährt. Ich vergebe 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung.

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© claude


Freitag, 17. Januar 2014

Die hässlichste Tanne der Welt von Annette Bluhm

Kann Ursel dem Weihnachtswahnsinn entfliehen?

Alle Jahre wieder gibt es Gänsebraten, Weihnachtsgedudel in Dauerschleife und auch die endlose Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum. Das muss auch die Witwe Ursel aus München feststellen, als sie ein weiteres Jahr Weihnachten bei ihrer Tochter zu den Festivitäten eingeplant ist. Wegen ihrer Enkelkinder ist sie bereit Weihnachten mit allen Verpflichtungen zu feiern, aber eigentlich würde sie viel lieber vor dem Fest fliehen. Zusammen mit einem alten Bekannten plant sie den Weihnachtswahnsinn zu entfliehen. Aber da hat sie die Rechnung ohne ihre Tochter gemacht. Eine Flucht scheint unmöglich...

Diese weihnachtliche Geschichte hat die Autorin Lilli Beck unter ihren Pseudonym Annette Bluhm veröffentlicht. Dieses Buch schafft es auch im Januar weihnachtliche Stimmung zu erzeugen. Mit viel Humor nimmt die Autorin die weihnachtlichen Traditionen und daraus resultierende Ereignisse auf die Schippe. Oft musste ich über die vertrackten Situationen und Missgeschicke bei der Weihnachtsvorbereitung lächeln und schmunzeln. Es hat viel Spass gemacht Ursel durch die Tage vor dem eigentlichen Weihnachtsfest zu begleiten.

Ein amüsanter Spass für jeden Weihnachtsfan. Meiner Meinung nach ist dieses Buch aber auch für Weihnachtsmuffel geeignet. Diese lustige Geschichte hat 8 von 10 Punkte verdient.

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© claude

Dienstag, 14. Januar 2014

Die Prüfung von Kristian Schlüter

Zwischen Lügen, Pillen und Studenten

Der Hamburger Kriminalkommissar Christoph Schönlieb wird an einem eisigen Winterabend im Dezember an einen Tatort gerufen. Vor dem Audimax der Hamburger Universität ist ein Jurastudent tot aufgefunden worden. Auf den ersten Blick scheint dem Toten das Dealen mit Ritalin zum Verhängnis geworden zu sein. Christoph Schönlieb, der altersmäßig selbst noch als Student angesehen werden könnte, beginnt an der Universität mit verdeckten Ermittlungen. Schon bald entdeckt er, dass die Verstrickungen des Toten noch weiter reichen und schon kurz darauf geschieht ein weiterer Mord.

Dieser Krimi von Kristian Schlüter hat mich von der ersten Seite an gut unterhalten und gefesselt. In einem Rutsch habe ich dieses Buch verschlungen und bin der Ermittlungsarbeit des recht jungen, aber auch ehrgeizigen Kriminalbeamten gefolgt. Schnell meinte ich den Täter identifiziert zu haben, wurde aber mehrmals auf der Suche nach dem Mörder in die Irre geführt und schließlich mit der Lösung noch einmal überrascht. Meiner Ansicht nach bietet die Figur des Christoph Schönliebs das Potential für weitere ungelöste Kriminalfälle.

Diese interessante und spannende Geschichte bekommt von mir 9 von 10 Punkte. Für Krimifans ein wunderbarer Lesegenuss. Wer sich selbst eine Meinung über das Buch bilden möchte kommt hier zur Leseprobe

© claude

Sonntag, 12. Januar 2014

High Heels im Hühnerstall von Sarah Heumann

Großstadpflanze entdeckt das Landleben

Anna lebt in Berlin. Sie ist eine wirkliche Großstadtpflanze. Dann aber entdeckt sie, dass ihr Freund Nico sie mit ihrer besten Freundin Lisa betrügt. Sie weiß nicht wo sie sich jetzt verkriechen kann, um ihre Wunden zu lecken. Da fällt ihr wieder ihre Lieblingstante ein, die in Hessen auf dem Land lebt. Schnell macht Anna Nägel mit Köpfen und besucht ihre Tante auf deren Bauernhof. Hier muss sie sich nun mit Dorfgigolos, unkontrollierbarem Viehzeug und den Einheimischen der Gemeinde Untergrasbach herumschlagen. Doch gibt es in der Gemeinde nicht auch postive Dinge bzw. interessante Persönlichkeiten zu entdecken? Bald muss Anna sich entscheiden. Will sie lieber mit High Heels in Berlin oder mit Gummistiefeln in Untergrasbach sein.

Das Konzept dieser Geschichte ist nicht gänzlich neu und auch schon Lesererprobt. Frau wird betrogen, verlässt den Ort des Verrats, flüchtet zu Verwandten oder Freunden und findet zu sich selbst bzw. vielleicht auch den passenden Gegenpart. Auch dies finden wir alles in dieser Geschichte von Sarah Heumann. Aber wir finden auch noch einige weitere Dinge, die sehr amüsant und unterhaltend sind. Wir lernen zum Beispiel, dass auf einem Hof nicht immer alles nach Plan verläuft. Die Tierszenen sind wirklich sehr lustig. Zusätzlich sind Annas Kommentare zu den Begebenheiten auf dem Hof und zu einzelnen Persönlichkeiten der Unterbacher Gemeinde sehr komisch und ironisch. Alles in Allem ist die Gemeinde Untergrasbach aber sehr liebenswert gerade weil sie so ist wie sie ist.

Ein toller Roman für Zwischendurch. Genau richtig zum Abschalten und Entspannen und für eine kleine Landpartie bestens geeignet. Ich vergebe 8 von 10 Punkte für diesen Roman und wünsche viel Spass in Untergrasheim.

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© claude

Donnerstag, 9. Januar 2014

Perpetuum Mobile von Jan Büchsenschuß

In der Tretmühle des Jobcenters

Im Blumenthaler Jobcenter wird die Angestellte Ilona Oppener von einen ihrer Klienten scheinbar im Affekt getötet. Der Täter erzählt uns hier seine Geschichte. Er ist promovierter Geisteswissenschaftler, der nach seiner Promotion keine Arbeit gefunden hat. Er landet direkt im Jobcenter und seitdem ist er erfolglos arbeitssuchend. Bei einem routinemässigen Termin im Jobcenter geschieht es dann: Er tötet Ilona Oppener.

Nach dem Mord muss der Akademiker die Leiche unauffällig verschwinden lassen. Aber wie kann dies von statten gehen in einen Gebäude mit regelmäßigen Publikumsverkehrs? Weiterhin ist es wichtig sich bei der Aktion nicht erwischen zu lassen und der Polizei keinen hinreichenden Tatverdacht zu liefern. Nach dem Verschwinden von Ilona Oppener tritt die Presse ziemlich schnell auf den Plan und treibt den Fall Oppener weiter voran.

Eine ungewöhnliche, aber sehr anschauliche Geschichte, die den Alltag im Jobcenter näher betrachtet und auf satirische Art und Weise aufs Korn nimmt. Die etwas überspitzte Schilderung der Ereignisse und der gesamten Situation lassen im Leser schnell ein beklemmendes Gefühl entstehen. Der Erzähler fühlt sich von seiner Sachbearbeiterin gegängelt und bevormundet. Seine Gefühlslage konnte ich als Leser sehr gut nachvollziehen. Auch die Gedankengänge des Täters nach dem Mord sind äußerst interessant und die Umsetzung seiner Gedanken ist teilweise sehr abenteuerlich und auch riskant.

Dieses Buch hat mich ausgesprochen gut unterhalten, aber es sollte vom Leser nicht so ernst genommen werden. Von mir bekommt diese spannende und satirische Geschichte volle Punktzahl. Empfehlung für alle die einmal einen Blick hinter die Kulissen des Jobcenters werfen wollen.

Hier kommt man direkt zum Verlag und zum Buch

© claude

Mittwoch, 8. Januar 2014

Willst du mein Single sein von Peter Godazgar

Buchhändler trifft Bestsellerautorin

Tino Liebe ein 34 jähriger Buchhändler mit Bauchansatz war seit 7 Jahren in keiner Beziehung und auch mit keiner Frau zusammen. Leider ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass sich daran so bald etwas ändern wird. Tino hat keine große Hoffnungen, aber er hat einen Flirtkalender, der ihn mit etwas fragwürdigen Tipps versorgt. Als er dann von der Bestseller-Autorin Romelia Rauchhaupt, die auch eine gute Kundin in seiner Buchhandlung ist,  zum Essen eingeladen wird, ist Tino gegebenermassen sehr überrascht. Das Essen mit ihr ist aber sehr angenehm und unterhaltsam. Die beiden sind sofort auf einer Wellenlänge und Tino muss feststellen, dass Romelia sehr viel charmanter ist, als ihre albernen Liebesromane erahnen lassen.

Dieser Roman von Peter Godazgar, welches das Singleleben und seine Tücken aus der Sicht eines Mannes beleuchten, ist angenehm zu lesen, wunderbar unterhaltsam und zusätzlich auch noch lustig. Allein die Ratschläge des Flirtkalenders sind oftmals sehr absurd und entsprechend von Timo kommentiert. Hier konnte ich als Leser wunderbar meine Bauchmuskeln mit Lachen trainieren und mich amüsiert zurücklehnen. Auch wenn der Protagonist einen Bauchansatz hat, momentan nicht in einer Beziehung lebt und vielleicht langsam ein wenig schrullig wird, finde ich Tino sehr sympathisch und liebenswert. Welche Buchliebhaberin kann einem Mann schon widerstehen, der Buchhändler ist, der sehr gerne liest und sich so gut in seinem Metier auskennt, dass qualifizierte Buchgespräche möglich sind?

Die Geschichte von Tino, seinen Arbeitskollegen, seinen Freunden und seiner Lieblingsautorin hat mir wirklich gut gefallen. Dieses Buch bekommt von mir 9 von 10 Punkte. Ich kann euch die Lektüre dieses Buches nur empfehlen, wenn ihr mal wieder ein bisschen Lachen und ein wenig träumen wollt.

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© claude


Dienstag, 7. Januar 2014

Das Geheimnis der Lady Audley von Mary Elizabeth Braddon

Lesenswerter klassischer viktorianischer Krimi

Der Londoner Anwalt Robert Audley will den Mord an seinen  Freund Georg Talboys aufklären. Doch seine neue Tante, die wunderschöne Lady Audley, will seine Untersuchungen mit allen Mitteln verhindern. Schnell wird Robert klar, dass die Lady ein Geheimnis hat. Um den Mörder seines Freundes Georg zu finden muss er das dunkle Geheimnis der Lady lüften. Zwischen den Anwalt und Lady Audley beginnt nun ein Katz-und-Maus-Spiel bei dem es nur einen Gewinner geben kann. Wird es Robert Audley gelingen das Geheimnis zu entschlüsseln?

Dieser Roman von Mary Elisabeth Braddon war bereits 1862 ein Bestseller, wurde sogar bereits verfilmt und auch als Theaterstück aufgeführt. Diese Version wurde nun neu von Anja Marshall übersetzt und für die heutige Zeit sprachlich überarbeitet.

Bei diesem sehr lesenswerten Krimi schafft es die Autorin mit sparsamen Mitteln und auch Logik viel Spannung, aber auch die viktorianische Zeit aufleben zu lassen. Der Schreibstil und die Erzählweise von Mrs. Braddon haben mir äußerst gut gefallen. Die Reise in die viktorianische Zeit war wundervoll, das Zusammenfügen aller losen Enden war unterhaltsam und dem Rätsel schlussendlich auf die Spur zu kommen war zudem erhellend. Insgesamt war die Geschichte in sich schlüssig und das Geheimnis für die damalige Zeit auch wirklich spektakulär.

Die Lektüre dieses Buches war bereits eine Bereicherung für mein Lesejahr 2014. Von mir bekommt dieses Buch 8 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung. Ein wirklich erstklassiges Buch für alle Fans von klassischen Krimis und der viktorianischen Zeit.

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© claude 

Montag, 6. Januar 2014

Marc Staten Eine Nacht und ein Tag und Wiedersehen von Tharah Meester

Die Jagd geht weiter

Marc Staten ist wieder da und er ist immer noch auf der Suche nach Rebecca Idlewood, aber er ist ihr bereits dicht auf den Versen. Was wird geschehen wenn er Rebecca endlich gefunden hat und werden sein Bruder Thomas sowie seine beste Freundin Tessa bei der gemeinsamen Suche auch noch etwas anderes finden?

Tharah Meester hat in gewohnter Art ihre prickelnden Kurzgeschichten um ihren Hauptprotagonisten weiter gesponnen und führt diesen immer näher an sein eigentliches Ziel Rebecca Idlewood heran. Auch die Fortsetzung macht Lust auf mehr und lässt den Leser erotisiert zurück. Kleine Happen für das sinnliche Erlebnis zwischendurch, dass jetzt auch zusammengefasst als Volume 1 (Marc Staten Sammelband) erschienen.

 Volume 1 besteht aus folgenden Episoden:

1. Marc Staten - Die Nacht seines Lebens
2. Marc Staten - Eine heiße Spur
3. Marc Staten - Zwei Küsse in Reno
4. Marc Staten - Eine Nacht und ein Tag
5. Marc Staten - Wiedersehen

Alle 5 Teile haben mir gut gefallen, mich toll unterhalten und erotische Momente geschaffen. Somit möchte ich hier insgesamt 8 von 10 Punkte geben und eine Leseempfehlung aussprechen.

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© claude

Samstag, 4. Januar 2014

Mr. Arrogant von Edna Schuchardt

Mr. Arrogant hätte ruhig ein wenig arroganter sein dürfen

Annalena hat nach den Tod ihres Onkels dessen Verlag geerbt und weiß nicht genau was sie mit diesem machen soll. Als erstes verschafft sie sich einen Überblick über die Finanzen und trifft sich mit dem Personal. Dabei muss sie feststellen, dass die finanzielle Lage nicht rosig ist, aber die meisten Mitarbeiter sind hoch motiviert und wollen etwas ändern.

Bei Annalena hat sich auch bereits ein Konkurrent des Verlages, Phillip Dorhagen gemeldet. Er will ihr den Verlag gerne komplett mit Gebäude abkaufen. Bei ihrem Onkel ist der zu dessen Lebzeiten immer auf Granit gestossen. Und auch bei Annalena scheint er sich die Zähne auszubeissen, da er mit seiner arroganten und überheblichen Art bei ihren ersten gemeinsamen Treffen nicht punkten kann. Durch diesen arroganten Herrn Dorhagen fühlt Annalena sich sogar herausgefordert. Sie will den Verlag wieder aufpäppeln und ihn erfolgreich selbst leiten.

Diese Geschichte von Edna Schuchardt ist sehr schön zu lesen. Wieder einmal gibt es zwei Protagonisten die sich hassen. Aber wir wissen ja bereits, was sich neckt, dass stolpert immer wieder übereinander und fällt sich schlussendlich doch in die Arme.

Beim Lesen des Titels und des Klappentextes habe ich mich bereits auf richtige Machtkämpfe sowie Streitereien gefreut. Ich erwartete richtig wilde Streitgespräche. Leider kommt diese Thematik aber in diesem Buch etwas zu kurz, was natürlich auch der Kürze des Buches von ca. 100 Seiten geschuldet sein kann.

Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte aber gut gefallen. Für Fans von Frauenromanen ist dieses Buch bestens geeignet und ich vergebe 8 von 10 Punkte.

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© claude

Mittwoch, 1. Januar 2014

Kleiner Rückblick auf das Lesejahr 2013

Ich liebe Statistiken und so habe ich im Jahr 2013 eine elektronische Bücherliste angelegt und auch immer ordentlich gefüttert. Nun weiß ich ganz genau wieviele Bücher ich 2013 gelesen habe.

Hier einige Fakten zu meinem Lesejahr 2013:

insgesamt gelesene Bücher: 171
davon sind eBooks: 26
insgesamt gelesene Seiten: 56.558
ø gelesene Seiten pro Tag: 154
ø gelesene Seiten pro Buch: 330
pro Buch habe ich ca 2,13 Tage gebraucht

3 Bücher habe ich im Jahr 2013 abgebrochen, weil ich mich nicht weiter durch diese Bücher quälen wollte.

Ich habe neue Verlage entdeckt, nette Schriftsteller kennengelernt, wunderbare Bücher gewonnen und gelesen, an vielen Leserunden teilgenommen und mit anderen Bücherfans diskutiert. Ich habe diesen Blog gegründet, einige Bücherforen unsicher gemacht, am Betatest eines neuen Bücherforums teilgenommen, neue Freunde gefunden und bin dem Challengefieber verfallen.

Es war ein tolles Lesejahr 2013. Ich habe im Vergleich zum Vorjahr meine Bilanz extrem verbessert. Von 84 Bücher 2012 auf 171 Bücher 2013. Das ist eine Steigerungsrate von 103,5 Prozent. Das nenne ich einen tollen Erfolg.

Das Jahr 2014 wird bestimmt auch wieder sehr spannend. Welche Bücher werde ich im neuen Jahr wohl lesen? Natürlich frage ich mich auch ob ich meinen SuB jemals in den Griff bekommen werde.

Ich wünsche allen ein tolles und frohes neues Jahr.

© claude