Montag, 30. Juni 2014

SuB-Challenge im Juli

Jeden Monat organisiere ich mit einigen Freunden eine SuB-Abbau-Challenge auf LovelyBooks, damit wir gemeinsam unsere riesigen SuB's endlich in den Griff bekommen.

Im Monat Juli 2014 wollen wir gemeinsam Lese-Bingo spielen. Dazu benutzen wir folgende Bingo-Karte:


B
I
N
G
O
1
Buch mit einem Titel, der nur aus einem Wort  besteht
Ein Bestseller (aktuell oder ehemals)
Eine Kurzgeschichten-Sammlung oder Poesie
Ein Buch, das im Sommer spielt
Ein Hörbuch, Ebook, Graphic Novel, Manga oder ein Leihbuch (Freunde, Bibliothek)
2
Ein Buch von einer/einem internationalen Autor(in)
Ein Buch mit einem blauen Cover
Ein Buch mit einem tollen ersten Satz
Ein Buch, das verfilmt wurde (Film oder Serie)
Ein Buch, das du in der Schule hättest lesen sollen / Ein Klassiker
3
Ein Jugendbuch
Ein Buch, das du aufgrund des Covers gekauft hast
JOKER (hier kannst du dir selbst eine Eigenschaft aussuchen)
Ein lustiges Buch
Basierend auf wahren Ereignissen
4
Ein spannendes Buch
Ein Buch was dir empfohlen wurde
Ein fremdsprachiges Buch
Buch, das schon mehr als 2 Jahre auf deinem SuB liegt
Ein Buch, das jeder schon gelesen hat
5
Ein Buch mit mehr als 500 Seiten
Ein Buch, das schon einen Preis gewonnen hat
Der letzte Titel einer Reihe
Ein Buch eines/einer deutschen Autor(in)
Ein Buch von eine(m) Autor(in) unter 30 Jahren

Ich bin gespannt wie viele Felder ich schaffe und ob auch ein Bingo dabei sein wird.

Gelesene Bücher für diese Challenge (Stand 31.07.2014):

B-Spalte gelesen - BINGO

B1 - Scheinwerferkinder von Alexa Emilia Rawa
B2 - Mein Sommer mit Kalaschnikow von André Aciman
B3 - Singe, fliege, Vöglein, stirb von Janet Clark
B4 - Kainsmal von Marcus Hünnebeck
B5 - Der Sommer der Freiheit von Heidi Rehn (101 Seiten)

I-Spalte gelesen - BINGO

I1 - Die unglaubliche Reise des Fakir , der in einem Ikea-Schrank feststeckte von Romain Puértolas
I2 - Alles Liebe oder Watt von Marie Matisek
I3 - Der Zauber gestohlener Stunden von Simonetta Greggio
I4 - Das Mondgeheimnis von Stefan M. Fischer
I5 - Flavia de Luce Mord im Gurkenbeet von Alan Bradley

N-Spalte gelesen - BINGO

N1 - Das grüne Tuch von Angelika Diem
N2 - Oskar und die Dame in Rosa von Eric-Emmanuel Schmitt 
N3 - Teufelsmord von Tanja Noy
N4 - The Sweetest Seduction von Crista McHugh (52 Seiten)
N5 - Liebe ohne Alibi von Polly Levine (74 Seiten)

G-Spalte gelesen - BINGO

G1 - Danela Pietrek - Die brennende Frau
G2 - Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann (100 Seiten)
G3 - Katerstimmung von Philipp Reinartz
G4 - Janet Evanovich - Der Beste zum Kuss
G5 - Der Ruf des Adlers von Nathalie C. Kutscher

O-Spalte gelesen - BINGO

O1 - Der Zeitentaucher - Mit Schiff, Charme und Kanonen von Tammy Lincoln (60 Seiten)
O2 - Das Zeichen der Vier von Arthur Conon Doyle (71 Seiten)
O3 - Die Rache des Normannen von Ulf Schiewe
O4 - Die Insel der besonderen Kinder  von Ransom Riggs (167 Seiten)
O5 - Es wird keine Helden geben von Anna Seidl


Sonntag, 29. Juni 2014

Gastrezension - Die Buchwanderer von Britta Röder

Wunderschön!

„Seine Augen flogen über die bekannten Zeilen. In seinem Kopf verwandelten sie sich in den Klang fremder Stimmen, die desto deutlicher zu ihm sprachen, je tiefer er den Sinn des Gelesenen erfasste. Immer dichter wurde die Atmosphäre, die die Worte um ihn herum erschufen. Immer konkreter wuchs das Bild einer neuen Umgebung heran. Ein Luftzug streifte ihn. Hatte er in seiner Wohnung ein Fenster offengelassen? Plötzlich fühlte er sich beobachtet. Er spürte es ganz deutlich und hob überrascht den Kopf. Die Stimmen waren verklungen und er stand auf einem hell gepflasterten Platz inmitten einer fremden Stadt.“

Eigentlich hatte Ron sich Shakespeares „Romeo und Julia“ nur deshalb ausgeliehen, weil er hoffte, dass die schöne Unbekannte, der er in die Bibliothek gefolgt war, in diesem Buch einen Hinweis oder eine Botschaft für ihn versteckt hatte. Doch kaum hat er mit der Lektüre begonnen, findet er sich auch schon mitten in Verona wieder. Und während Romeo um Julia wirbt, trifft Ron in Rosalia genau die von ihm gesuchte schöne Unbekannte wieder.

Doch im festgelegten Handlungsgefüge eines Romans ist es nicht einfach, eine eigene Geschichte zu erleben. Die Suche nach dem ganz persönlichen Happy End wird Ron und Rosalia durch mehrere Werke der Weltliteratur führen: Von Shakespeares Verona über Puschkins Russland bis hin zu Cervantes‘ Don Quijote…

Welcher leidenschaftliche Leser ist noch nie in einem Buch „versunken“? Wer hat noch nie alles um sich herum vergessen, ist in Gedanken selbst Teil der Handlung geworden? Wer hat noch nie in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt, weil er – lesend in der S-Bahn sitzend – plötzlich laut losgelacht hat? Und wer hat bei einem Buch mit traurigem Inhalt noch nie zum Taschentuch greifen müssen?

Bei den Buchwanderern verschwimmen Realität und Fiktion, Ron muss sich manches Mal fragen, was denn nun für ihn die Wirklichkeit ist. Diese Geschichte habe ich mit großer Faszination und manchmal auch mit etwas Neid gelesen: So gerne hätte ich auch auf diesem Platz in Verona gestanden! Was soll ich sagen? Ich bin in dem Buch versunken!

Der Schreibstil ist wundervoll, jeder Satz fein formuliert. Manche Passagen waren so schön, dass ich sie mehrfach gelesen habe – und sie anschließend noch meinem Mann, meinem Sohn und meiner Tochter vorgelesen habe. Und zwar jedem einzeln ;-)

Wieviel Zauber in einem Satz liegen kann! Mir, der für gewöhnlich Liebesgeschichten nicht sehr reizvoll findet, ist an einer Stelle so das Herz aufgegangen, dass ich diese Passage hier kurz zitieren möchte:

„Ruckelnd beschrieb die Straßenbahn gerade eine unharmonische Kurve, als ein äußerst unsanfter Rempler ihn zurück in seine Realität stieß. Ein kantiger Rucksack hatte seine Schulter hart gestreift. Um Entschuldigung bittend drehte sich die junge Besitzerin des Rucksacks zu ihm um. Leuchtend grüne Augen trafen ihn schutzlos bis auf den tiefsten Grund seiner Seele. Smaragdaugen.
- Tut mir leid. – Ihre Stimme klang hell und klar.
- Nichts passiert -, antwortete er und sprach, ohne es zu wissen, die größte Lüge seines Lebens aus.“

Die größte Lüge seines Lebens. Wunderschön!

Britta Röder versteht es wirklich, die richtigen Worte zu finden. So gibt es neben reichlich phantastischen Schilderungen, romantischen Passagen und spannenden Momenten Abschnitte, in denen ich herzhaft lachen musste. Meine diesbezügliche Lieblingsstelle beginnt mit den Worten: „Sag mal, wie geht es eigentlich der alten Großtante Agathe…?“ Jeder, der das Buch schon gelesen hat, weiß, was nun kommt. Und allen anderen sage ich: Lest es nach!

Fazit: Ein wunderschönes Buch! Lesen - und darin versinken!

Hier geht es zur Leseprobe.

© Manu

Mittwoch, 25. Juni 2014

Zur Hölle mit Seniorentellern! von Ellen Berg

Das Buch müsst ihr lesen!

Elisabeth ist gerade 70 Jahre alt geworden und findet sich nunmehr auf ihrer unsäglich langweiligen Geburtstagsfeier wieder, die sie eigentlich auch gar nicht feiern wollte. Ihre Töchter und der Schwiegersohn haben nicht nur ihre misslungene Geburtstagsfeier organisiert, sondern auch bereits einen neuen Wohnsitz für sie gefunden. Elisabeth ist nach einem Unfall leider auch gezwungen in dieses neue Heim zu ziehen. Körperlich zwar lädiert, aber geistig noch lange nicht eingerostet, findet sie sich bald in der Hölle des Seniorenheims wieder. Ist dies nur die Endstation für Elisabeth?

Erst will sie aufgeben, aber dann findet sie im Heim neue Freunde und drei Zimmer weiter wohnt ein attraktiver Mann im besten Alter. Ihre neuen Freunde wollen nicht im Altenheim versauern und fassen einen Plan. Sie wollen fliehen und sich nach Italien absetzen. Doch dafür brauchen sie Geld, aber wie sollen sie daran kommen? Aber Elisabeth ist wild entschlossen und plant weiter ihre Flucht. Zusammen hecken sie Senioren einen leicht kriminellen Plan aus und eine irrwitzige Flucht beginnt.

Ellen Berg ist einfach genial. Auch diese Geschichte von ihr ist wieder wahnsinnig witzig und wunderbar unterhaltsam. Oft musste ich über die Situationskomik lachen und habe immer mit einem Lächeln im Gesicht die Abenteuer von Elisabeth und ihrer Seniorengang verfolgt. Elisabeth ist wirklich noch viel zu jung, um von ihren Kindern ins Heim gesteckt zu werden. Das Leben dort ist  die Hölle und die Direktorin Frau Fröhlich ist der Teufel in Person. Sie sorgt mit ihrer Art dafür, dass das Leben in der Seniorenresidenz zur Hölle wird. Aber allein die Namenswahl für diese Direktorin beweist mir und den aufmerksamen Leser den hintersinnigen Humor der Autorin.

Über die Vorzüge dieses Buches will ich mich gar nicht weiter auslassen, denn ich möchte nicht zuviel verraten. Am Besten wäre es dieses Buch selbst einmal zu lesen, wenn man bereits Gefallen an anderen Romanen der Autorin gefunden hat und ich wünsche allen beim Lesen viel Spass bei der wunderbar lustigen Lektüre. Natürlich bekommt dieses Buch von mir 10 Punkte.

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe.

© claude


Dienstag, 24. Juni 2014

In einer heißen Sommernacht von Sandra Brown

Große Gefühle in der Wirtschaftskrise

Ella Barron führt ihre kleine Pension nach dem Tod ihrer Eltern ganz allein. In der Zeit der großen Wirtschaftskrise braucht sie jeden zahlenden Gast um über die Runden zu kommen. Als der Doktor der Stadt mit David Rainwater in der Pension auftaucht kann Ella es sich nicht wirklich leisten ihn das freie Zimmer nicht zu vermieten. Obwohl Ella weiß, dass mit den neuen Mieter Unruhe in ihrer Pension entstehen könnte,wenn dieser das unbewohnte Zimmer bszieht. Mit seiner freundlichen und  bedachten Art nimmt Mrs. Rainwater rasch alle Bewohner des Hauses für sich ein, sogar Ella.

Dann kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen in der kleinen Stadt. David stellt sich diesem Ungerechtigkeiten mit einigen Männern in den Weg. Mit der Gefahr im Nacken muss Ella schließlich erkennen, dass sie sehr tiefe Gefühle für David hat.

Dieser Roman von Sandra Brown ist wirklich sehr unterhaltend geschrieben. Zeichnet er doch ein interessantes, spannendes und auch erschreckendes Bild einer kleiner Stadt, deren Bewohner und deren Verhalten gegenüber anderer Rassen sowie der wirklich armen Bevölkerung.

Ein weiteres Thema dieses Buches ist das Verhalten und die Krankheit von Ellas Sohn. Alle Personen nehmen an, dass er zurückgeblieben und vielleicht auch gefährlich ist. David Rainwater nimmt sich die Zeit sich mit Ellas Sohn zu beschäftigen und schon bald stellt er fest, dass dieser auf seine Art intelligent ist. Er zeigt für unser heutiges Wissen Anzeichen von Autismus, eine sogenannte Tunnelbegabung. Sandra Brown hat sich in dieser Geschichte wirklich sehr emotional diesen unterschiedlichen und anspruchsvollen Themen angenommen und mich mit ihrer Erzählung sehr berührt.

Dieser Roman von Sandra Brown ist so anders als die Bücher die ich bisher von der Autorin gelesen hat. Es ist nicht der knallharte Thriller und auch keine einfache erotisch angehauchte Geschichte. Dieses Buch ist soviel mehr und für Leserinnen geeignet, die gerne etwas über große Gefühle und ungewöhnliche Menschen liest. Wirklich toll, dass mich die Autorin noch überraschen konnte. Dafür bekommt sie und diese Erzählung 10 Punkte.

Wer selbst einmal in das Buch reinlesen möchte kann hier eine Leseprobe finden.

© claude

Montag, 23. Juni 2014

Die Jasminschwestern von Corina Bomann

Eine wundervolle und berührende Geschichte

Melanie ist Fotografin und überall für ihren Beruf in der Welt unterwegs. Sie ist gerade von einem Job aus Vietnam zurückgekehrt, als sie die Nachricht ereilt, dass ihr Verlobter einen schweren Unfall hatte. Sie macht sich sofort auf den Weg in die Klinik. Aber dort kann sie nur warten, denn ihr Verlobter wird gerade operiert und danach fällt er ins Koma. Aus Tagen des Hoffens werden Wochen und sogar Monate. Nachdem sie selbst zusammenbricht schickt ihre Mutter sie zu ihren Großmüttern, damit sie dort etwas zur Ruhe kommen kann. Ihre Urgroßmutter Hanna will Melanie von ihren Sorgen ablenken und so beginnt sie ihr zum ersten Mal von ihrem Leben zu erzählen. Melanie erfährt etwas von der dramatischen Kindheit im exotischen Saigon, vom schillernden Leben in Berlin der Zwanzigerjahre und einer großen Liebe, von der schweren Zeit während des 2. Weltkrieges und schließlich dem Neuanfang als Hutdesignerin in Paris. Mit ihrer Geschichte zeigt Hanna ihrer Urenkelin Melanie, dass sie zwar viel verloren hat, aber auch unendlich viel gewonnen hat.

Dieses Buch der Autorin Corina Bomann hat mich komplett überzeugt. Sie hat auch dieses mal wieder eine wundervolle Geschichte geschrieben, die mich emotional total erfasst und gleichzeitig ergriffen hat. Gefangen im Bann der Geschichte habe ich gar nicht gemerkt wie schnell ich durch die Seiten geflogen bin. Fasziniert habe ich Hanna und ihrer Erzählung gelauscht, war hineingezogen in die Geschehnisse ihres jungen Lebens und habe fassungslos miterlebt auf welchen Weg sie Saigon verlassen hat, welche Dinge sie anfangs in Deutschland erlebt hat und wie sie schließlich die Liebe gefunden und wieder verloren hat. Bei der emotionalen Reise durch Hannas Leben habe ich mit ihr gelitten, geweint und auch getrauert.

Aber nicht nur inhaltlich ist dieses Buch ansprechend. Auch das Cover ist diesmal wieder sehr schön gestaltet und passt sehr schön zum Thema der Geschichte. Zusätzlich wurde auf dem Anschnitt mal wieder ein Blütenmotiv gedruckt. Ich finde den Jasminblütendruck sehr ansprechend.

Corina Bomanns Roman hat mich mal wieder von ihrer Erzählkunst überzeugt und ich möchte mich für diese wundervolle Geschichte bedanken. Ich freue mich bereits jetzt schon auf weitere Bücher der Autorin und kann dieses Buch allen Freunden von emotional ergreifenden Familiengeschichten als nächstes Buch unbedingt empfehlen. Das Buch muss ich mit 10 Punkten bewerten und ich zähle es jetzt schon zu meinen Favouriten in diesem Lesejahr.

Hier kommt ihr zu einer Leseprobe.

© claude

Sonntag, 22. Juni 2014

Gastrezension - Ein Lied über der Stadt von Ewald Arenz

Was richtig ist

„Du wirst sehen, Tochter…du wirst sehen. Wenn es wirklich mal nötig ist, wirst du auch wissen, was richtig ist.“

Luises Vater weiß, was er zu tun hat. Und was er nicht zulassen darf. Dazu gehört beispielsweise, sich für Nazi-Propaganda einspannen zu lassen. Eine Haltung, die Mitte der 30er Jahre in Deutschland ausgesprochen gefährlich ist. Aber seine Lebenseinstellung verlangt nach „Freiheit der Rede, Freiheit des Glaubens und Freiheit des Herzens“ – danach lebt er, auch wenn er sich damit Feinde macht. Schon Jahre zuvor, noch vor 1933, hat er mit seiner liberalen Haltung nicht wenige brave Bürger seiner Gemeinde in einer bayrischen Kleinstadt vor den Kopf gestoßen. Seiner Tochter Luise jedoch kam diese Haltung zugute. Seit frühester Kindheit hatte sie nur einen Wunsch: Sie wollte fliegen!

„Wenn man in den Himmel sah, dann wusste man doch: Er war so weit und so offen und vor allem so unendlich wie nichts anderes auf der ganzen Welt. Und weil Luise sich nach der Unendlichkeit sehnte, so sehr, dass es manchmal wehtat, wollte sie fliegen, seit sie das erste Flugzeug gesehen hatte.“

Ihre ganz persönliche Freiheit sollte über den Wolken stattfinden und Luises Vater ermöglicht ihr diesen Traum. Ein paar glückliche und unbeschwerte Jahre als gefeierte Kunstfliegerin liegen vor ihr, doch die politische Lage ändert sich und Luise muss in ihr Heimatstädtchen zurückkehren. Anfänglich ist sie nur traurig, weil sie nun nicht mehr fliegen kann, doch dann wird sie mit der harten Realität „auf dem Boden“ konfrontiert, die darin besteht, dass ihrem Vater ob seiner Haltung mit dem KZ gedroht wird und ihr bester Freund Georg als Kommunist im Widerstand agiert…

Ein großartiges Buch über einige großartige Menschen! Toll geschrieben, ich fühlte mich zu jeder Zeit mitten im Geschehen! Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, wobei der erste Teil in den Jahren vor 1933 spielt und die Realisierung von Luises großem Traum zum Thema hat. Das alleine war schon toll zu lesen: Mit welchem Enthusiasmus und mit wie viel Einsatz sie sich in dieser von Männern beherrschten Domäne behauptete, oder wie sie in nächtlicher Schufterei gemeinsam mit ihrem Freund Georg an einem Flugzeug baute.

Der zweite Teil behandelt dann die Zeit ab 1935, als sie gezwungenermaßen ins Haus des Vaters zurückkehren muss. Ab da stieg die Spannung unaufhörlich an. Während der letzten 100 Seiten hatte ich eigentlich ziemlichen Durst, konnte mich aber nicht überwinden, meine Lektüre auch nur für ein paar Minuten zu unterbrechen. Es war völlig klar, dass dies alles nicht gut ausgehen könnte, dass alles auf ein schlimmes Ende zusteuern würde. Aber wie genau würde dies aussehen? Und sollte wirklich nur die böse Seite siegen?

Am Ende wird Luise wieder fliegen. Und sie wird wissen, was richtig ist.

Wer selbst einen Blick ins Buch werfen möchte findet hier eine Leseprobe.

© Manu

Samstag, 21. Juni 2014

Gewinnspiel im Juni

Momentan hat mein Blog genau 66 Follower. Eine wirklich tolle Zahl. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich bald 77 Follower hätte :-) Zusätzlich wurde mein Blog auch fast 15.000 mal von Euch aufgerufen bzw. besucht. Ich finde da wird es auch mal wieder Zeit ein Gewinnspiel für Euch zu starten. Diesmal würde ich gerne die Bücher verlosen, die ich bisher in dieser Woche rezensiert habe. Den fleissigen Lesern meines Blogs ist jetzt natürlich sofort klar welche drei Bücher ich hier verlosen möchte. Für die Personen die jetzt gerade auf meinen Blog gestossen sind seht ihr hier welche Bücher ich verlosen werde.



Wenn ihr etwas über den Inhalt und meine Meinung zu diesen Büchern erfahren wollt, dann schaut euch doch einmal meine Rezensionen dazu an. Ihr findet die Rezensionen hier:

Robert C. Marley - Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten

Wolfgang Polifka - Die Rosenberg-Pergamente

Ilona Schmidt - Katertage zum Verlieben
 

Achtung: Ihr dürft gerne mehr als ein Buch als Wunschbuch im Kommentarfeld angeben.

Teilnahmebedingungen:
  • Es wäre zusätzlich sehr schön, wenn ihr meinem Blog folgen würdet. Ist für die Teilnahme an der Verlosung aber nicht zwingend notwendig. 
  • Bitte schreibt einen Kommentar unter diesem Artikel und sagt mir für welches Buch oder welche Bücher (Mehrfachnennungen sind möglich, aber ihr könnt nur ein Buch gewinnen) ihr Euch bewerben wollt. (Ohne einen hinterlassenen Kommentar könnt ihr an diesem Gewinnspiel nicht teilnehmen)!
  • Die Versendung des Gewinns wird nach dem Ende des Gewinnspiels innerhalb von Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgen. 
  • Du solltest bereits 18 Jahre alt sein oder die Erlaubnis deiner Eltern zur Teilnahme an dem Gewinnspiel haben.
  • Dieses Gewinnspiel geht bis zum 30.06.2014 23:59 Uhr.
  • Die Verlosung der Bücher und die Bekanntgabe der Gewinner wird dann am 01.07.2014 hier auf dem Blog erfolgen. Bitte schaut dann selbst hier vorbei, ob ihr zu den Gewinnern gehört und gebt mir dann per PN/Email eure Adressen bekannt. 
Ich wünsche euch viel Glück und ich würde mich freuen wenn ihr zahlreich mitmachen würdet.

So die Verlosung ist abgeschlossen. Es gab viele Bewerbungen und gewonnen haben:

- Inspector Swanson = Verenanormalistlangweilig
- Die Rosenberg-Pergamente = Manu66
- Katertage zum Verlieben = Cordula P

Ich brauche dann noch eure Adressen, damit die Bücher an Euch versendet werden können. Bitte sendet bis 08.07.2014 die Adressen an doreenkluth@gmail.com. Wer sich bis dahin nicht gemeldet hat verliert leider den Gewinnanspruch und ich lose noch einmal aus.

Katertage zum Verlieben von Ilona Schmidt

Ein toller Tierroman nicht nur für Jugendliche

Ein kleiner Kater streunt mit seiner Katzenmutter auf dem Bauernhof von Janas Großeltern herum. Seine Katzenmutter hat ihn noch gewarnt, dass er sich vor den Menschen in Acht nehmen soll, denn sie sind gefährlich. Haben sie doch seine Geschwister alle eingefangen und in einen Sack gesteckt. Und dann passiert es, der kleine Kater fällt Jana direkt vor die Füße und fürchtet sich natürlich sehr. Aber Jana ist ganz verliebt in den Kleinen und gibt ihm sofort den Namen Tiger. Sie will Tiger behalten und versucht aus dieser kleinen Wildkatze einen lieben verschmusten Kater zu machen. Aber das ist gar nicht so einfach wie Jana dann auch feststellen muss. Mit Hilfe ihres Bassets Brutus hat sie da einiges an Arbeit vor sich.

Aber nicht nur die Zähmung von Tiger stellt Jana vor eine Herausforderung. Auf dem Bauernhof gibt es einiges zu tun, denn der Bürgermeister will das Land für den Bau eines Windparks erwerben. Außerdem gibt es da auch noch Marcel an den Jana immer denken muss und Dennis der Sohn des Bürgermeisters versucht Janas Herz für sich zu gewinnen.

In diesem Roman von Ilona Schmidt spielt natürlich Tiger die Hauptrolle. Ein wirklich lustiger, drolliger, liebenswerter und noch ungezähmter Kater, den man als Leser einfach lieb gewinnen muss. Eigentlich bin ich gar nicht so ein Katzenmensch, aber Tiger hat auch mein Herz sofort im Sturm erobert. Besonders ansprechend fand ich die Interaktion zwischen Brutus und Tiger. Die Streitgespräche der Beiden waren einfach super, aber auch die wachsende Freundschaft zwischen ihnen ist herzerwärmend. Für mich wäre das Buch ohne Brutus Kommentare weit weniger reizvoll. Meiner Meinung nach hat die Autorin hier insgesamt einen guten Weg gefunden die Charaktere von Tiger und Brutus sehr unterhaltsam zu beschreiben.

Aber auch Julia ist ein wirklich ganz tolle Protagonistin, die es in ihren Leben bisher aber nicht immer leicht hatte. Aus diesem Grund habe ich immer etwas die Luft angehalten, wenn Tiger mal wieder eine seiner unartigen Aktionen durchgeführt hat. Ich wollte nicht, dass Jana noch weiter verletzt wird, ist sie doch wie eine Mutter für den kleinen Tiger und hat diese Unartigkeiten gar nicht verdient. Aber die Natur von Tiger kann man auch als Schriftsteller natürlich nicht ausser Acht lassen.

Mir hat dieses Buch viel Spass und amüsante Stunden gebracht. Jeder Katzen-, aber auch Hundefan kann in dieser Geschichte seine geliebten Haustiere wiederfinden und einige vergnügliche Stunden genießen. Von mir bekommt dieser schöne Tierroman 8 von 10 Punkte. Hier kommt ihr zu einer Leseprobe.

© claude

Freitag, 20. Juni 2014

Inspector Swanson und der Fluch des Hope-Diamanten von Robert C. Marley

Meisterhafter viktorianischer Krimi

Wir befinden uns in London und schreiben das Jahr 1893. Hier wurde Gordon Wigfield, ein ehrbarer Goldschmied in seiner Werkstatt auf bestialische Art und Weise ermordet. Sein Gehilfe findet seinem Meister mit geschmolzenem Gold in der Kehle. Schnell wird die Polizei gerufen und Chief Inspector Donald Sutherland Swanson nimmt seine Ermittlungen auf. Doch es soll nicht bei einer Leiche bleiben. Schon bald darauf wird der nächste Tote entdeckt. Auch dieser hat mit der Goldschmiedekunst zu tun und schnell ergibt sich die Frage, ob es eine Verbindung zwischen den Morden gibt. Als sich herausstellt, dass der Blaue Hope-Diamant, der im Bankhaus Parr aufbewahrt wird eine gut gemachte Fälschung ist nehmen die Ermittlungen noch einmal an Fahrt auf. Wird es Chief Inspector Swanson gelingen den Verbleib dieses bedeutenden Schmuckstücks und die Morde aufzuklären?

Bei der Lektüre dieses Buches habe ich mich in die gute alte viktorianische Zeit zurück versetzt gefühlt. Bereits in meiner Jugend habe ich gerne Bücher dieser Art gelesen und habe mich sehr gefreut in diesem Buch von Robert C. Marley eine spannende, unterhaltsame und auch sehr gut aufgebaute Kriminalgeschichte zu finden. Mir hat es gut gefallen, wie der Autor Figuren wie Oskar Wilde und auch Arthur Conon Doyle in seine Geschichte mit eingebunden hat. Die Hauptfigur des Chief Inspector Swanson ist sehr eloquent, intelligent und natürlich Gentlemen. Seine Intelligenz hat mich zeitweise an die Figur des Sherlock Holmes erinnert.

Der Autor versteht es den Leser immer nur soviel von der Handlung preiszugeben, dass man zwar glaubt man würde auf der richtigen Spur sein. Aber ich habe mich immer wieder auf der falschen Fährte wiedergefunden und wurde auch noch am Ende des Buches mit einer komplett logischen Auflösung überrascht. Zusätzlich muss ich noch erwähnen, dass der Autor unheimlich viele kleine aber feine Anspielungen in den Krimi einbaut, die man als Fan der viktorianischen Zeit natürlich zu verstehen weiß und auch der hintersinnige Humor hat mir äußerst gut gefallen.

Insgesamt ist das Buch nicht nur eine geistige Bereicherung für jeden Kriminalfan. Auch gestalterisch, somit also auch fürs Auge, hat dieses Buch einiges zu bieten. Allein das Cover ist schon sehr schön in der Farbe Blau gestaltet und der Anschnitt ist zusätzlich komplett in Blau gehalten.

Insgesamt möchte ich diesem Krimi die volle Punktzahl, also 10 Punkte geben und kann diesem Krimi jedem Fan von Sherlock Holmes nur wärmstens ans Herz legen. Hier kommt ihr zu einer Leseprobe.

© claude


Dienstag, 17. Juni 2014

Die Rosenberg-Pergamente von Wolfgang Polifka

Auf der Suche nach der Wahrheit

Im Hof der Kronacher Festung werden wertvolle Dokumente gefunden die Informationen über Kronach aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges enthalten. Doch am Behälter in denen diese Dokumente gefunden wurden entdeckt die Polizei Blutspuren. Weiterhin kann ermittelt werden, dass sich die gefundenen Pergamente höchstwahrscheinlich vorher im Topkapi-Palast des türkischen Sultans in Istanbul befunden haben und von dort entwendet worden sein müssen.

Aus diesem Grund gibt es nunmehr sehr viel Aufregung im sonst so beschaulichen Alltag von Oberkommissar Götz Flößer. Zusätzlich soll er auch noch eine Abgesandte des türkischen Staates betreuen. Yildiz die gesendete türkische Beamtin, wirft ihn völlig aus der Bahn, denn sie entspricht keineswegs seinen sonstigen Klischeevorstellungen. Yildiz gefällt ihm sofort und er könnte sich direkt in sie verlieben. Aber er hat das Gefühl, dass sie ihn etwas verheimlicht. Die gemeinsame Suche geht nicht problemlos vonstatten und einige Komplikationen treten auf. Schließlich müssen  sich die Beiden entscheiden ob und wem sie wirklich vertrauen können. 

Der Autor Wolfgang Polifka hat mit diesem Buch einen atmosphärischen und spannenden Regionalkrimi erschaffen. Der Leser kann sofort in die Geschichte eintauchen und lernt den sympathischen aber auch gelangweilten Hauptprotagonisten Götz Flößer kennen. Dieser ist mit seinem Leben in Kronach eigentlich recht zufrieden doch fehlt ihm die Herausforderung. Das soll sich ändern als er die türkische Gesandte Yildiz kennenlernt. Die Art und Weise wie Götz sich in diesen Fall einbringt und immer wieder mit neuen Einfällen glänzt ist wirklich sehr unterhaltsam.

Auch die Nutzung der örtlichen Mundart ist sehr passend. Doch leider war dies für mich etwas schwierig zu verstehen. Aus diesem Grund musste ich einige Passagen des Buches sehr konzentriert oder auch zweimal lesen. Aber das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Auch hat es mir gut gefallen, dass es in der Erzählweise immer wieder einen Perspektivwechsel zwischen heute und der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gegeben hat. So konnte ich dem Geheimnis der Dokumente immer weiter auf die Spur kommen.

Dieses Buch bekommt für seine Umsetzung und Gestaltung von mir 8 von 10 Punkte. Ich denke für Regionalkriminalisten ist dieses Buch ein netter Zeitvertreib. Wer einmal selbst in das Buch reinlesen möchte findet hier eine Leseprobe.

© claude

Sonntag, 15. Juni 2014

Sommer der Träume von Charlotte Baumann

Ein neues Leben auf Elba

Michaela ist glücklich verheiratet. Sie und ihr Mann Rolf betreiben gemeinsam erfolgreich eine kleine Gärtnerei. Bis zu dem Unfall der alles verändern soll. Rolf kommt dabei ums Leben und Michaela steht nun vor einem Scherbenhaufen, denn Rolf hat ihr einen Schuldenberg hinterlassen und zu allem Übel auch noch eine Affäre gehabt. Sie muss die kleine Gärtnerei und das Haus der Familie verkaufen. Doch plötzlich wendet sich das Blatt. Unverhofft erbt sie von ihrer Tante ein wunderbares Anwesen auf Elba mit der Auflage, dass sie das Haus nur erbt, wenn sie dieses auch tatsächlich bezieht und sich auf Elba niederlässt. Für Michaela beginnt ein neues Leben. Sie hat große Träume mit dem Erbe und schon bald merkt sie, dass sie sich nicht nur in die Schönheit der Insel, sondern auch in die Menschen auf Elba verlieben wird …

Dieses Buch von Charlotte Baumann erzählt die Geschichte von Michaela, die alles verliert, aber trotz allem nicht aufgibt. Michaela die meinte ihr Leben sei glücklich, dann aber doch feststellen muss, dass ihr sorgenfreies Leben nur eine Fassade war und dass ihr geliebter Mann sie hinterrücks betrogen hat. Aber auch der Verlust eines geliebten Menschen und der emotionale Rückschlag durch den Betrug können einen Neuanfang beinhalten. Unter anderen versucht die Autorin dies dem Leser mit diesem Buch näherzubringen.

Nicht immer ist das Leben mit einem Schicksalsschlag beendet bzw. in einer Sackgasse gelandet. Es ist nur wichtig wie wir mit solchen Ereignissen umgehen. Für Michaela gibt es einen Neuanfang. Sie könnte frustriert sein und den Kopf in den Sand stecken, aber sie nutzt die sich bietende Chance für einen Neubeginn. Die Zeit zum Trauern sie vorbei, es ist Zeit etwas Neues zu erschaffen, Träume zu verwirklichen und vielleicht auch sein Herz wieder zu öffnen und eine neue Liebe einzulassen.

Der Erzählstil der Autorin ist jetzt nicht wirklich neu und innovativ, doch fühlte ich mich gut in der Geschichte aufgehoben, konnte allen Handlungssträngen folgen und habe mich auch hervorragend in das neue Leben von Michaela eingelesen.

Eine Reise in ein neues Leben, eine Geschichte für jeden Romantiker und Träumer. Von mir bekommt die Geschichte 8 von 10 Punkte. Wer einmal selbst in das Buch reinlesen möchte findet hier eine Leseprobe.

© claude

Samstag, 14. Juni 2014

Gastrezension - Wer die Nachtigall stört von Harper Lee

Einfach Menschen

„Nein, Jem, ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen.“

Das Jahr 1935, ein kleines Nest namens Maycomb im Bundesstaat Alabama. Die 8jährige Scout lebt zusammen mit ihrem 12jährigen Bruder Jem und ihrem Vater Atticus Fink ein einfaches und beschauliches Leben…

„Die Menschen bewegten sich damals langsam. Sie schritten gemächlich über den Platz, schlenderten durch die umliegenden Läden und ließen sich bei allem Zeit. Ihr Tag hatte zwar auch nur vierundzwanzig Stunden, schien aber länger zu sein. Niemand beeilte sich, denn man konnte nirgends hingehen, es gab nichts zu kaufen, zumal man kein Geld hatte, und außerhalb von Maycomb war ebensowenig los.“

Mit dieser Beschaulichkeit ist es jedoch vorbei, als der Vater – ein Rechtsanwalt – die Verteidigung eines jungen Schwarzen übernimmt, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. Für die Volksseele ist es sehr einfach, wer hier Recht und wer Unrecht hat. Nicht aber für Atticus Fink, der sich bemüht, bei all seinen Taten nur seinem Gewissen zu folgen und diese Einstellung auch seinen Kindern vermittelt. Die folgende Zeit wird nicht leicht für die Familie…

Die Erzählerin ist die 8jährige Scout. Schon bevor sie in die Schule kommt, hat sie Lesen gelernt und liebt nichts mehr, als die abendlichen Lesestunden mit ihrem Vater. Gleichermaßen phantasiebegabt wie intelligent beobachtet und hinterfragt sie die Geschehnisse um sie herum, die Ansichten und Handlungen der anderen. Was steckt zum Beispiel hinter all diesen Gerüchten um ihren Nachbarn Boo Radley, der nie sein Haus verlässt? Der angeblich wahnsinnig ist und zum Schutz seiner Mitmenschen drinnen angekettet wird? Sind die armen Leute, die nahe der Müllhalde leben, wirklich alle „Pack“ und warum sollen alle Nigger schlecht sein? Gerade in so einem kleinen Ort ist es nicht einfach, all diese Dinge nicht einfach hinzunehmen. Es kann sogar gefährlich werden.

„Wie konnten sie das tun? Wie konnten sie nur?“ – „Das weiß ich nicht, aber sie haben’s getan. Sie haben es vorher getan, sie haben es heute getan und sie werden es wieder tun. Und wenn sie’s tun, weinen anscheinend nur Kinder.“

Ein wunderbares Buch! Ich glaube, kein anderes habe ich so häufig gelesen. Seit gut 35 Jahren wohnt es in meinem Schrank, es hat mich als ganz junges Mädchen angesprochen und verzaubert mich noch heute. Herrlich geschrieben kann ich auch beim zigsten Lesen in den Worten und der Handlung versinken. Sicher ist die Thematik häufig ernst und deprimierend, aber es gibt Männer wie Atticus Fink und es gibt Kinder wie Jem und Scout. In ihnen liegt die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

„Das habe ich auch gedacht, als ich so alt war wie du. … Aber wenn es nur eine Art von Menschen gibt, warum können sie dann nicht miteinander auskommen? Wenn sie alle gleich sind, warum haben sie dann nichts anderes im Kopf, als sich gegenseitig zu verabscheuen? Scout, so allmählich wird mir was klar. So allmählich wird mir klar, weshalb Boo Radley die ganze Zeit im Haus bleibt… Er tut’s, weil er drinbleiben will.“

© Manu

Freitag, 13. Juni 2014

Zur Sünde verführt von Sandra Brown

Hier wäre mehr drin gewesen

Laney McLeods bleibt bei Ihrem Besuch in Manhattan wegen eines Stromausfalls im Aufzug stecken. Sie hat panische Angst, da sie unter Platzangst leidet und sie auf einmal komplett im Dunkeln steht. Aber sie ist nicht allein in der Kabine. Deke Sargent teilt für einige Minuten ihr Leid und hilft ihr, die unendlich scheinenen Minuten, die Angst sowie die Panikattacke zu überwinden. Nachdem die Beiden befreit werden will Deke die konfuse und verängstige Laney nicht einfach auf der Straße allein lassen. Er nimmt sie erst einmal mit in seine Wohnung und lädt Laney zu sich auf einen Drink ein. Schließlich endet diese Begegnung in einer leidenschaftlichen, aber auch folgenschweren Nacht …

Dieser Roman von Sandra Brown beginnt wie ich es nicht anders von einem früheren Roman der Autorin gewöhnt bin. Frau trifft Mann und sie fühlen sich zueinander hingezogen. Sie kommen sich näher und schließlich geschieht das unvermeidliche. Soweit also keine Überraschung bei diesem Buch. Aber dann verlässt Laney überstürzt die Wohnung von Deke und verschwindet aus seinem Leben. Und hier beginnt die Geschichte für mich etwas an Spannung und Dynamik zu verlieren. Die Story scheint ein bisschen an den Haaren herbei gezogen und auch das ewige hin und her von Laney ging mir nach einiger Zeit ein bisschen auf die Nerven.

Als ich mir das Buch gekauft habe habe ich mir etwas mehr von der Geschichte versprochen. Aus den oben genannten Gründen kann die diesem Buch von Sandra Brown nur 7 von 10 Punkte geben. Schlussendlich mag ich die Liebesgeschichten der Autorin sehr gerne, aber in diesem Fall wäre es besser gewesen Laney nicht ganz so häufig ihre Meinung ändern zu lassen.

Wer selbst einmal reinlesen möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude

Mittwoch, 11. Juni 2014

Mit fremden Federn von Sophia Monti

Erfrischend und lustig

Tanja hat zwei pubertierende Kinder, einen untreuen Ehemann und einen echt bescheidenen Job mit einer unzumutbaren Chefin. Doch dann hat Tanja die Chance etwas zu ändern und sie greift zu. Ihr fällt die Bewerbungsmappe einer ihr ähnlich sehenden Karrierefrau in die Hände und sie beschließt sich mit den sich bietenen fremden Federn zu schmücken. Mit der gefälschten und geklauten Bewerbung hat Tanja Erfolg. Sie steigt in die Führungsriege eines angesagten Rundfunksenders auf und beginnt ihren Erfolgsweg. Zusätzlich läuft ihr auch noch ihr Traumprinz im Sender über den Weg. Also alles läuft wunderbar, aber wie kann sie jetzt noch ihren betrügerischen Noch-Ehemann erfolgreich loswerden? Schließlich wird es eng für Tanja, denn langsam gerät ihr kompliziertes Doppelleben ins Wanken…

Dieses eBook aus der Feder von Sophia Monti hat mich mit seiner leichten und lustigen Art und Erzählweise gut unterhalten. Mit sehr viel Spass verfolgte ich den Weg der grauen Maus Tanja zur durchgestylten Karrierefrau Claudia. Obwohl das perfekte Styling muss Tanja dann doch noch ein bisschen üben und auch vor der ein oder anderen Panne sowie Fettnäpfchen muss sich Tanja in Acht nehmen. Aber Tanja geht ihren neuen Weg souverän aber auch ein bisschen unkoordiniert. Auf diesem recht amüsanten Pfad durfte ich die sehr charmante und sympathische Tanja ein Stück weit begleiten.

Ein toller Roman für zwischendurch und auch einfach mal zum Abschalten. Dieses Buch bekommt von mir 8 von 10 Punkte. Viel Spaß allen Lesern, die sich für die Lektüre dieses amüsanten Romans entscheiden. Wer selbst einmal reinlesen möchte kommt hier zur Leseprobe.

© claude

Montag, 9. Juni 2014

Bierbrut von Nikolas Preil

Unterhaltsam und ekelerregend

Bernd Marquardt ist nach seiner Scheidung nicht wieder richtig auf die Beine gekommen. Seinen Job in der Firma seines Schwiegervaters hat er natürlich auch verloren. Er ist komplett pleite und verzweifelt sucht er nun einen Job. Da eröffnet sich für ihn die Möglichkeit als Bierlieferant im Hamburg zu arbeiten. Bernd greift sofort zu und beginnt Hamburgs Kneipen mit einem neuen lokalen Bier zu versorgen. Das Gehalt ist gut, die Arbeit einfach und das Bier wird ihm praktisch aus den Händen gerissen. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Etwas scheint nicht zu stimmen und in den nächsten Wochen wird Bernd schreckliche Dinge erleben.

Dieses Buch von Nikolas Preil beginnt als ganz normaler Krimi wird aber nach kurzer Zeit zum wahren Horrorszenario. Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete Menschen. Jeder der dieses Buch lesen möchte sollte über einen starken Magen verfügen und sich nicht so schnell aus der Fassung bringen lassen. Auch ich habe beim Lesen stark mit mir gekämpft und war froh, dass mein Magen leer war. Sonst hätte ich ihn vielleicht wieder geleert. Der Autor spricht sogar eine Warnung aus und empfiehlt die Lektüre erst ab einem Alter von 18 Jahren.  Nachdem ich dieses Buch nun gelesen habe kann ich diese Empfehlung nur unterstützen.

Dieses Buch ist für Leser gut geeignet, die sich vor nichts ekeln und denen auch abstruse sowie extreme Handlungen nicht aufs Gemüt schlagen. Mich hat dieses Buch voll überrascht, kalt erwischt und zusätzlich aber auch gut unterhalten. Die Nachfolgegeschichte Amok Snuff habe ich mir auch bereits gekauft. Ich bin sehr gespannt was Nikolas Preil noch für Ideen auf Lager hat.

Bierbrut hat mir gut gefallen und ich vergebe 9 von 10 Punkte. Wer hier einmal reinlesen möchte, der findet hier eine Leseprobe.

© claude

Sonntag, 8. Juni 2014

Zypressenmond von Eva Völler

Ein toller historischer Roman

Italien Anfang der 40 ziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Mussolini ist an der Macht und Italien steht während des 2. Weltkriegs auf der Seite von Deutschland. Zu dieser Zeit lernen sich Sophia, eine toskanische Adlige und Richard, ein deutscher Wehrmachtsoffizier kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Aber ihre Liebe darf es eigentlich nicht geben. Richard ist noch immer verheiratet und zusätzlich sucht er einen Stützpunkt auf dem Landgut von Sophias Familie, um die Frontlinie zu stärken.

Aber Sophia und Richard können nicht voneinander lassen und verstricken sich in eine leidenschaftliche Beziehung. Damit setzen die beiden eine Verkettung verhängnisvoller Ereignisse in Gang. Die Kriegshandlungen werden immer stärker als Italien sich gegen die Deutschen stellt und Mussolini zu Fall bringen. Die Alliierten stoßen immer weiter in die Toskana vor und die Partisanenkämpfe greifen immer weiter um sich. Die Beziehung zwischen Sophia und Richard wird immer wieder auf eine harte Probe gestellt. Inmitten von Krieg und Zerstörung gibt es für die Liebenen eigentlich nur eine einzige Hoffnung – dass ihre Liebe stärker ist als der Tod.

Der Roman Zypressenmond erschien bereits 2001 unter Eva Völlers Pseudonym „Francesca Santini“ als Auftaktband einer Toskana-Reihe bei Bastei Lübbe. Nun plant Eva Völler ihre Toskana-Reihe komplett als eBook zu veröffentlichen. Den Anfang hat sie bereits mit Zypressenmond gemacht. Die weiteren Bände aus dieser Reihe werden in Kürze ebenfalls als eBooks erhältlich sein.

Eva Völler erzählt im Buch Zypressen eine wunderbare historische Familiengeschichte, die bewegend und packend zugleich ist. Sophia hat es bereits in ihren jungen Jahren nicht leicht. Sie hat einige Schicksalschläge zu tragen aber sie ist eine starke Persönlichkeit, die ihren Weg unbeirrt weitergeht, egal was das Schicksal für sie bereit hält.

Eva Völler ist mir bereits als Autorin für lustige Romane bekannt. Aber mit diesem Buch zeigt sie auf beeindruckende Art und Weise, dass sie auch ernsthafte und historische Themen spannend, unterhaltsam sowie realistisch erzählen kann. Der Erzählstil von Eva Völler hat mich begeistert und an den umfangreichen Roman gefesselt. Zu keiner Zeit fühlte ich mich gelangweilt, vielmehr wollte ich immer direkt weiterlesen, damit ich Richard und Sophia nicht aus den Augen verlor.

Ein wirklich gelungener historischer Roman den ich gerne mit 10 von 10 Punkten bewerten möchte. Ein tolles Buch für alle Fans von historischen Romanen. Wer einmal in die Geschichte reinlesen möchte, der findet hier eine Leseprobe.

© claude

Samstag, 7. Juni 2014

Timmy Quinn-Der Schildkrötenjunge/Die Häute von Kealan P. Burke

Mysteriös, geheimnisvoll und brutal guter Horror

Im ersten Buch Der Schildkrötenjunge befinden wir uns im Jahre 1979 in Delaware, Ohio. Es sind endlich Sommerferien. Timmy Quinn und sein bester Freund Pete Marshall verbringen zusammen diese letzten friedlichen Tage im Sommer. Gemeinsam durchstreifen sie die Gegend und treffen am Myers-Teich auf einen seltsamen Jungen namens Darryl. Als sie ihren Eltern von dieser Begegnung erzählen, setzen sie damit etwas in Gang, das seinen Ursprung in einer schrecklichen, bösartigen und brutalen Vergangenheit hat, und das Timmy Quinns Leben fortan verändern wird.

Die Novelle Der Schildkrötenjunge gewann 2004 den Bram Stoker Award als beste Novelle des Jahres. Meiner Ansicht nach ist diese Auszeichnung auch verdient. In dieser Geschichte begibt sich der Leser zum erstem Mal in die Welt des Timmy Quinn. Kealan P. Burke schafft es mit seinem Erzählstil den Leser die Trostlosigkeit in diesem Sommer aufzuzeigen. Er nimmt Timmy und uns mit in die Vergangenheit von Darryl und offenbart uns eine schrecklicke Wahrheit, die mich als Leser total überraschend und auch brutal getroffen hat. Wirklich gut geschrieben und sehr lesenswert. Zusätzlich finde ich es toll, dass der Autor nicht alles vorgibt und meiner Fantasie noch Freiraum gelassen hat.

Im zweiten Buch Die Häute sind sieben Jahre seit den Ereignissen am Myers-Teich vergangen. Timmy Quinn ist erwachsen geworden und er ist auf der Suche nach einem Ort des Friedens. Sein Weg führt ihn zu seiner trauernden Großmutter an die Südküste Irlands. Hier lebt sie in einer kleinen Hafenstadt. Doch von Frieden kann keine Rede sein. Schon schnell nach seiner Ankunft erscheinen Timmy die Seelen der Toten und sie versammeln sich in einer alten zerfallenden Fabrik. Mal wieder ist Timmy gefordert einen Weg zu finden seine Lieben zu beschützen und er muss einen Schritt hinter den Vorhang treten und in das Reich der Toten schauen.

Diese Fortsetzung der Novelle Der Schildkrötenjunge ist meiner Ansicht nach noch etwas grausamer und auch brutaler als Der Schildkrötenjunge selbst. Timmy Quinn kann seiner Gabe nicht entfliehen. Schließlich gibt es die Toten überall und so muss er sich ein weiteres Mal mit der Geschichte und den Geheimnissen seiner Familie auseinandersetzen. Meiner Meinung hat es der Autor in diesem Buch Die Häute geschafft den Spannungsbogen noch weiter zu erhöhen. Dies ist Horror in seiner reinsten Kultur und jeder Horrorfans wird mit Begeisterung dieses Buch lesen und sich über den Gruselfaktor freuen.

Mir haben diese beiden Geschichten gut gefallen und ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Bücher um Timmy Quinn. Ich vergebe 10 Punkte und ein unbedingte Leseempfehlung.

Wer einmal in die Geschichten reinlesen möchte, der findet hier eine Leseprobe.

© claude

Freitag, 6. Juni 2014

Gastrezension - Inspector Swanson und der Der Fluch des Hope-Diamanten von Robert C. Marley

Toller viktorianischer Krimi mit Humor


„Die Sache mit den Fingerabdrücken ist mir nicht ganz geheuer, Sir“, meinte Phelps und betrachtete seine Fingerkuppen. „Das Ganze hat in meinen Augen mehr von Okkultismus als von exakter Wissenschaft. Wahrscheinlich muss man daran glauben, damit es funktioniert.“

London, im September 1893. Noch immer sind die furchtbaren Morde des Rippers im allgemeinen Gedächtnis, da wird die Stadt schon von einer neuen Mordserie heimgesucht. Die Taten sind nicht weniger bestialisch, diesmal allerdings sind die Opfer Goldschmiede. Und da ihnen außer ihrem Leben nichts geraubt wurde ist Chief Inspector Donald Sutherland Swanson und Sergeant Peter Phelps schnell klar, dass da ein hartes Stück Arbeit auf sie zukommt…

Dieser Krimi macht Spaß von der ersten bis zur letzten Seite! In den zeitlichen Rahmen des viktorianischen Zeitalters wird die Krimihandlung überaus unterhaltsam eingebettet. Die unglaubliche Prüderie der Zeitgenossen zeigt sich in diversen Szenen, über die ich mich köstlich amüsiert habe. Als starken Kontrast dazu landen unsere Ermittler auch mal in der Homosexuellenszene, deren Teilnehmer entweder ein Musterbeispiel für Doppelmoral sind oder schillernde Auftritte haben wie Oscar Wilde.

Einen weiteren starken Gastauftritt hat ein Privatermittler namens Arthur Conan Doyle, der in bester Sherlock Holmes Manier nach Spuren sucht und dabei Methoden anwendet, die in Polizeikreisen noch als äußerst fragwürdig angesehen werden (siehe Eingangszitat). Das macht Spaß und liefert zudem interessante Einblicke in die Anfänge der modernen Kriminalistik

Der Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen. Der Autor hat einen trockenen Humor, den ich sehr mag. Das fängt bei den Namen der Ermittler an, geht weiter mit beispielsweise einem jungen (zunächst noch prüden) Sergeant, dem sich bei der Untersuchung eines Schlafzimmers eine ganz neue Welt eröffnet und endet bei einem Autogramme schreibenden Henker. Und wenn Swanson beim Amtsarzt zur Autopsie erscheint und der ihn „in einem hölzernen Verschlag [erwartet], den ein Blinder im Hinterhof der Polizeiwache zusammengezimmert haben musste“, dann sehe ich die ganze Szene mehr als deutlich vor mir!

Fazit: Eine volle Leseempfehlung von mir für diesen viktorianischen Krimi mit Humor!

P.S. Noch eine kleine Ergänzung zum Namen: Wer mal „Jack the Ripper“ googelt, findet bei den Namen der ermittelnden Polizeibeamten tatsächlich einen Donald Swanson. Ich habe aber keine Ahnung, ob der außerdem noch „Sutherland“ hieß.

Hier findet ihr eine Leseprobe.

© Manu

Mittwoch, 4. Juni 2014

Die Fährte der Toten von Michael White

Spannend, aber viele Fragen bleiben offen

Lee ist auf der Flucht nachdem ihre komplette Familie getötet würde. Sie selbst wurde mit zwei Kugeln verletzt und hat es mit Glück geschafft die Verletzungen zu überleben und zu fliehen. Pete und seine Gang haben sie gefunden und sie konnte den Killern noch rechtzeitig entkommen. Lee hat nach all den Jahren nur einen Wunsch. Sie will Rache nehmen an den Mördern. Nach jahrelanger Flucht kommt sie durch Zufall auf die Spur der Täter und sie nutzt ihre Chance, doch sie gerät auch in eine tödliche Falle. Dies führt sie auf einen anderen Weg. Ein Diener der Uralten bringt Lee in seine Gewalt und verwandelt sie in ein Kind der Dunkelheit. Um zu überleben und ihre Freiheit wiederzugewinnen schließt sie einen blutigen Vertrag mit ihm ab. Dieser neue Weg bringt weitere Wesen auf ihre Spur und schließlich muss  Lee erkennen, dass ihre Reise ans Ende der Nacht gerade erst begonnen hat.

Dieses Buch des Autors Michael White würde ich den Genre des Horrors aber auch zum Teil der Fantasy zuordnen. Anfangs war die Geschichte, für mich noch sehr unübersichtlich, verwirrend und sehr weitläufig. Aber der Erzählstil von Michael White hat mich verlasst trotz vieler Fragezeichen die Geschichte weiter zu folgen und mich auf die nun folgende Geschichte einzulassen. Nach und nach konnte ich so meine Verwirrung ablegen und die verschiedenen Teile zu einem umfassenden Bild zusammenfügen. Schlussendlich verstand ich immer weitere Hintergründe und lernte Lee immer besser kennen.

Aber nicht alle Fragen, die in dieser Geschichte aufgeworfen wurden, hat der Autor am Ende der Geschichte geklärt und beantwortet. Ich hoffe dass im zweiten Band der 'Hexenblut'-Reihe, der voraussichtlich Ende 2014 erscheinen soll, weitere Antworten auf den Leser warten. Mit Spannung erwarte ich wie Lee den Kampf gegen ihre Feinde weiterführen wird.

Ein spannender Auftakt einer neuen Reihe, der für blutrünstige Horrorfans geeignet ist. Von mir bekommt das Buch 8 von 10 Punkte. Wer sich selbst eine Meinung bilden möchte kann hier eine Leseprobe finden.

© claude

Dienstag, 3. Juni 2014

Harzblut von Ilka Stitz

Was haben der Harz und Venedig gemeinsam?
 
Die Gastwirtin Anna ist verzweifelt. Bereits seit Monaten ist ihr Mann Paul verschwunden. Allmählich muss sie sich der Wahrheit stellen. Paul muss etwas zugestoßen sein. Zusätzlich muss sie fürchten das Wirtshaus zu verlieren, denn der Vogt will ihr das Lehen entziehen, wenn nicht ihr einziger Sohn in den Harz zurückkehrt. Also schreibt Anna ihrem Sohn Luca einen Brief nach Venedig, bittet ihn zurückzukehren, ihre Kaufmannausbildung bei den Manzonis zu beenden und ihr zu Seite zu stehen. 

Unterdessen ist Federico Manzoni, Lucas Ziehvater bereits auf den Weg in den Harz. Er ist Agent der Serenissima und sucht im Harz nach wertvollen Erzen für die venezianischen Glasmanufacturen. Der machthungrige Ratsherr Petruzzi zwingt Federico sein Wissen über die Erzvorkommen an ihn weiterzugeben, indem er sich das Vermögen der Familie Manzoni unter den Nagel reißt und Federico erpresst. Aber bereits seit sehr langer Zeit wird Federicos Seele durch die unerfüllte und aussichtslose Liebe zu Anna gequält.

Und schließlich macht sich auch Luca auf den Weg in den Harz. Auf dem Weg lernt er die Zwergin Lina kennen. Doch kann er Lina wirklich vertrauen, die in den Diensten von Pertuzzi steht...

Dieses Buch von Ilka Stitz ist eine gelungene Mischung aus historischen Fakten, aus beeindruckenden Persönlichkeiten und einer spannenden sowie insgesamt sehr unterhaltsamen Geschichte. Dieses umfangreiche Werk der Autorin hat mich sehr beeindruckt. Die Autorin schafft mit ihren Schreibstil den Leser sofort zu erreichen und in die Welt von Venedig, in die Machenschaften von Pertuzzi und die die tiefen Wälder des Harzes zu entführen.

Die Suche nach Paul ist ein zentraler Bestandteil dieser Geschichte und ich muss sagen dieser Teil dieses Romans hat einen extremen Krimifaktor in diesem historischen Roman, der mich die ganze Zeit hat hoffen lassen, dass Federico Paul unversehrt auffinden wird.

Das ganze Buch hat mich auf allen Seiten sehr gut unterhalten und ist für alle Historienfans eine Reise wert. Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich 10 Punkte, also die volle Punktezahl vergeben muss.

Wer sich selbst ein Meinung zu diesem Buch bilden möchte kann hier bereits in eine Leseprobe reinschnuppern.

© claude

Montag, 2. Juni 2014

Gastrezension - Totenfrau von Bernd Aichner

Hochemotional und intensiv

„Vor zwei Stunden hat sie sich ausgezogen, sie hat sich hingelegt, ohne sich einzucremen. Sie will, dass die Sonne sie verbrennt, dass ihre Haut schreit, wenn sie gefunden wird. Nackt will sie sein. Endlich nackt. Niemand mehr, der es ihr verbietet. Kein Vater. Keine Mutter. Allein auf dem Boot, ihre Brüste, die Hüften, die Beine, die Arme. Dieses Lächeln auf ihren Lippen und wie sie sich leicht zur Musik bewegt. Nirgendwo sonst möchte sie jetzt sein. Noch drei Stunden wird sie liegen bleiben, sich strecken, sich räkeln, den Sommer in sich aufsaugen. Drei Stunden lang, oder vier. Bis die beiden endlich untergehen. Bis sie aufhören zu schreien. Bis sie aufhören, Wasser nach oben zu spritzen. Bis sie endlich still sind.“

Blum ist Bestatterin. Nach dem Tod der Eltern hat sie den Familienbetrieb übernommen, in dem sie ihrem Vater schon als Kind täglich bei der Versorgung der Leichen helfen musste. Nun, alleine in dem Betrieb, beginnt sie ein neues Leben, ein glückliches Leben. Mit einem Ehemann, den sie liebt und der sie liebt, mit zwei kleinen Töchtern, denen sie die wunderschöne Kindheit geben will, die sie selbst nie hatte. Ihr glückliches Leben endet, als ihr Mann bei einem Verkehrsunfall stirbt. Als Blum erfährt, dass es kein Unfall war, sondern ihr Mann – ein Polizist – ermordet wurde will sie wissen, wer dahinter steckt. Als sie es erfährt, nimmt sie sich der Angelegenheit an. In ihrer ganz speziellen Weise…

Was für ein Buch! Schon nach der kurzen Einführung der Protagonistin war ich fasziniert. Die Person, die der Sympathieträger in dem Buch sein soll, entpuppt sich schon zu Beginn als eiskalte Mörderin. Gut, es wird sehr eindringlich geschildert, wie sie zu dem werden konnte, was sie jetzt ist. Trotzdem lief mir erstmal ein Schauer über den Rücken. Nach diesem Wahnsinns-Beginn gab es für mich und das Buch nur noch eins: weiterlesen, weiterlesen, weiterlesen. Und es hat sich gelohnt!

Blums Jagd nach den Mördern ihres Mannes ist hochspannend und gleichzeitig sehr emotional. Wie sie mit ihnen umgeht ist aufgrund ihrer Erfahrung als Bestatterin recht „kreativ“ und wer es gerne mal etwas blutiger mag, kommt hier auf seine Kosten. Trotzdem blieb mir Blum sympathisch und ich hoffte mit ihr – so gruselig es mir auch manchmal vorkam – dass sie bei ihren „Aktivitäten“ erfolgreich sein würde.

Dass ich so nah an ihr und ihren Gefühlen bleiben konnte, lag sicher auch am Schreibstil. Auch dieser war ungewöhnlich und zeichnete sich durch meist sehr kurze Sätze aus, die manchmal nur aus einem oder zwei Worten bestanden. Darin empfand ich deutlich das Gefühlschaos, die starken Emotionen, die in Blum wühlten. Wer von einem Gefühl so stark betroffen ist, so viele Ängste auszustehen hat, so viel Kummer empfindet, denkt auch nicht in langen Sätzen! Für mich waren diese kurzen Sätze daher von einer ungeheuren Intensität und am Ende stand für mich die faszinierende Erkenntnis, dass ich Kapitel für Kapitel mit einer Frau mitgebangt habe, die in jedem anderen Werk einfach nur den Part der psychopathischen Serienmörderin innegehabt hätte.  

Wer sich für dieses Buch und für das Thema interessiert kann hier eine Leseprobe finden.

© Manu