Freitag, 27. Februar 2015

Lübecker Blut von Christiane Güth

Jette und Kurt ermitteln

Kurz nachdem die junge Kanadierin Jette Eiden in Lübeck angekommen ist befindet sie sich auch schon mittendrin in einer abenteuerlichen Geschichte. Sie wird Zeugin eines Mordes. Vor ihren Augen wird in der Bahnhofsbuchhandlung die nette Buchhändlerin erschossen. Eine scheußliche Sache. Das lang ersehnte Treffen mit ihrem deutschen Großvater fällt aus diesem Grund völlig anders aus, als Jette es sich erträumt hat. Der Polizist Kurt Eiden ist noch von der alten Schule und seine Ermittlungsmethoden sind in den Augen seines Vorgesetzten Goran mehr als fragwürdig. Opa Kurt und Enkelin Jette werden ein Team. Gemeinsam mit Kurts Freunden verfolgen sie verschiedene heiße Spuren...

Ein neues Buch der Autorin Christiane Güth, das den Leser nach Lübeck entführt. Hier im Norden kommt es zu einer ganz besonderen Familienzusammenführung. Jette die quirlige Kanadierin trifft auf ihren bisher unbekannten und auch nicht gerade unkomplizierten Großvater. Ihr Gramps ist ein richtiger Norddeutscher, ganz nach meinem Geschmack. Harte Schale, aber eigentlich mit einem ganz weichen und liebevollen Kern.

Christiane Güth lässt in ihren Krimi aber nicht nur Jette und Kurt ermitteln, sie werden von Kurts Freunden unterstützt. Auch die tote Buchhändlerin wird weiterhin in die Geschichte mit eingebunden. Ihre Gedanken und Meinung erleuchten im Laufe des Krimis immer wieder den Leser und beantworten so einige Fragen. So ergänzen ihre Worte die durchaus spannend erzählte Geschichte sinnvoll. Aber am Schluss hatte ich das Gefühl, dass mir irgendetwas gefehlt hat. Es war nicht die Erklärung bzw. die Auflösung des Falles. Diese hat die Autorin sehr gut und ausführlich erzählt, aber für die komplette Punktezahl habe ich in dieser Geschichte etwas entscheidenes vermisst. Ein unbefriedigtes Gefühl blieb zurück. Somit gebe ich dem Krimi insgesamt 6 von 10 Punkte.

Wer auch nach Lübeck reisen möchte kann hier schon einmal in die Leseprobe reinlesen.

© claude


Mittwoch, 25. Februar 2015

Ich will keine Schokolade ich will lieber eine Bibliothek Challenge

Liebe Teilnehmer,

im März spielen wir in unserer SuB-Abbau-Challenge auf Lovelybooks Bibliothek.

Hier könnt ihr wie gewünscht den Liveticker zu den Sonderpunkten finden. Außerden stelle ich euch noch eine Übersicht der Doppelagentin zur Verfügung. Das hilft Euch zwar bei der Errechnung meiner erlesenen Sonderpunkte, sagt Euch aber nichts über die Höhe der normalen Punkte aus ;-)

Ich wünsche Euch allen viel Spaß bei der Challenge und bin gespannt wie viele Bücher fremdgelesen werden.







© claude

Freitag, 20. Februar 2015

Zorn des Himmels von Richard Dübell

Ein packender und einprägsamer historischer Roman

Wir schreiben das Jahr 1342 und dunkle Wolken ziehen am Himmel auf. Ein heftiges Unwetter zeichnet sich an Horizont ab. Der Main schwillt an, wird zu einem reissenden Strom und bringt auf seinen Weg einiges an Unrat nach Frankfurt. Die Veränderung des Mains bleibt natürlich nicht auf Dauer verborgen. Die Fährmannstocher Philippa liebt den Fluss, aber das aufziehende Unwetter und der Main selbst werden ihr Leben für immer verändern. Ein geheimnisvoller Mann erreicht zur gleichen Zeit die Stadt. Er fasziniert Phillipa, doch kann sie ihn Vertrauen? Das Gerücht geht um, dass ein Meuchelmörder den Kaiser in Frankfurt töten will. Hat Philippas neuer Freund etwas damit zu tun? Während der Zorn des Himmels sich über Frankfurt entlädt muss Philippa Entscheidungen treffen, die über das Leben oder Sterben des Kaisers bestimmt...

Dieses Buch ist ein historischer Roman, wie ich ihn gerne lese. Die Beschreibungen von Richard Dübell sind sehr beeindruckend gestaltet, zerstörend gut aber auch unglaublich einprägsam. Seine Erzählung hat mich sehr fasziniert und auch mitgerissen. Die beschriebenen Bilder, Ereignisse und Abläufe konnte ich mir sehr leicht vorstellen und wie einen Film vor meinen inneren Augen ablaufen lassen. Mein Kopfkino hat mit den Worten von Richard Dübell eine monumentale Geschichte erschaffen und sich tief in mein Gewußtsein eingeprägt sowie Spuren hinterlassen.

Der Autor erzählt in diesem Buch von einer der größten Katastrophen die Europa je ereilt hat. Das Magdalenenhochwasser war einfach gigantisch und hat sich nachhaltig auf Europa ausgewirkt. Schon sehr seltsam, dass ich bisher nichts von diesem Unwetter und die Flutkatastrophe gehört hatte, obwohl es für eine Umgestaltung des Kontinents geführt hat. Sehr verwunderlich, dass in der Schule nie auch nur ein Wort darüber verloren wird. Aber Dank Richard Dübell fühle ich mich jetzt nicht nur gut unterhalten, sondern auch ein bisschen weiser bzw. gebildeter.

Großartig erzählte Geschichte, die mich sehr beeindruckt und auch etwas länger beschäftigt hat. Die Bücher von Richard Dübell haben mich schon immer begeistert, aber diesmal hat es mich wirklich umgehauen. Meiner Ansicht nach ist dies das eindrucksvollste Buch, was ich vom Autor bisher gelesen habe. Mit einer Bewertung von 10 Punkten kann ich diesem historischen Roman gar nicht gerecht werden.

Wer auch einmal in dieses Buch reinschnuppern will, der kann die eine Leseprobe finden. Natürlich bedanke ich mich beim Verlag Bastei Lübbe und bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

© claude

Mittwoch, 18. Februar 2015

True Crime von Sam Millar

Das Leben von Sam Millar

Sam Millar ist ein katholischer Junge aus Nordirland, der aber auch protestantische Wurzeln hat. Dieser Konflikt der seit ewigen Zeiten in Belfast tobt zieht sich somit komplett durch Millars Familie. Seine Jugend verbringt auf den Straßen von Belfast. Sehr früh arbeitet er im Schlachthof, wird Mitglied in der IRA und kommt schließlich ins Gefängnis. Jahre wird er im härtesten Knast Europas verbringen, in denen er um seine Würde und für die Gerechtigkeit kämpft. Nach seiner Entlassung geht er nach New York, arbeitet in illegalen Casinos, eröffnet einen Comicladen und plant seinen größten Coup mit den Sam Millar Kriminalgeschichte schreiben wird.

Diese Geschichte von Sam Millar ist ein wahrhaftiger Thriller. Die Ereignisse und Geschehnisse, die der Autor hier beschreibt entspringen nicht seiner Fantasie. Mit seinen Buch zeigt Sam Millar dass das Leben die vielfältigsten, abenteuerlichsten, spannendsten aber auch gewalttätigsten Geschichten schreibt. Sehr eindrucksvoll erzählt Sam Millar uns seine Geschichte. Er berichtet über sein Leben in Irland, seinen Alltag im Gefängnis, beschreibt seinen Neuanfang in New York und die Durchführung seines größten Coups.

Sam Millar ist nicht zimperlich bei der Beschreibung der Zustände in Gefängnis in Nordirland. Warum sollte er auch, er hat es erlebt, er hat es überlebt und es ist gut, dass er der Öffentlichkeit zeigt, wie in Europa auch nach den 2. Weltkrieg Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Er zerrt mit ehrlichen und extrem eindringlichen Worten die schonungslose Wahrheit an Licht. Zeigt uns, dass im Gefängnis Schikane, Grausamkeiten ja besser gesagt regelrechte Folterungen an der Tagesordnung waren. Wer nicht spurt wird was erleben. Sam Millar biss sich durch, hat sich nicht feige auf den Quietschesohlen davon gemacht. Er kämpfte für seine Überzeugung und ließ sich trotz Bestrafungen, fehlender Kleidung, fehlender sanitärer Einrichtungen und weiteren Schikanen nicht unterkriegen. Einige seiner Mithäftlinge hatten nicht das Glück die Jahre im Gefängnis zu überleben.

Der erste Teil des Buches legt ein beeindruckenes, aber auch beklemmendes Zeugnis über das bewegte erste Leben von Sam Millar ab. Aber auch der zweite Teil der Autobiographie liest sich eher wie ein Thriller. Das Leben in New York war nie langweilig, hier wurde Geld verdient und wieder verloren.

True Crime als Buch zu bewerten ist eigentlich eine Anmassung. Wie kann ich das Leben von Sam Millar bewerten? Aber meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Geschichte, das Leben und die Qualen, die Sam Millar ausgestanden hat nicht umsonst gewesen sein sollen. Der Autor hat uns mit diesem Buch einen tiefen Einblick in seine Seele und seine Seelenqualen gewährt. Dieser Vertrauensbeweis und seine Ehrlichkeit verdienen meinen höchsten Respekt und ich kann dieses Buch nur jedem zum Lesen empfehlen. Einfach unglaublich was in den 70-80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Nordirland noch möglich war.

Wer jetzt auch so neugierig ist wie ich, als ich ins Buch reingelesen habe, der kann sich hier die Leseprobe anschauen.

© claude

Samstag, 7. Februar 2015

Das Programm von V. S. Gerling

Ein Ermittler nach meinem Geschmack

Das BKA ist alarmiert als in ganz Deutschland junge Frauen scheinbar wahllos getötet werden. Der Täter ist erst einmal nicht greifbar, scheint geradezu unsichtbar, aber seine Taten werden im Lauf der Zeit immer grausamer. Nicolas Eichborn und Helen Wagner ermitteln gemeinsam in ihrem ersten Fall, er sehr viele Fragen aufwirft, da die Opfer auf den ersten Blick scheinbar nichts miteinander verbindet. In Laufe der Ermittlungsarbeit wird schnell klar, dass einige der Opfer seit kurzer Zeit Kontakt mit einer dubiosen Organisation namens "New Horizon" hatten. Diese Organisation bietet ein 4 Phasen-Programm zur Optimierung der geistigen Leistungsfähigkeit an. Im Laufe ihrer Ermittlungen geraten die beiden Beamten immer tiefer in einen Strudel aus Gewalt, Manipulation und politischer Intrige. Dann verschwindet bei einer Recherche der Assistent von Eichborn und Wagner spurlos. Die Zeit drängt und plötzlich wird Nicholas Eichborn zum Gejagten ...

Mit diesem Thriller hat der Autor V. S. Gerling ein spannendes Buch geschrieben, die mit einem sympathischen und auch nicht auf den Mund gefallenen Ermittler aufwartet. Bereits auf den ersten Seiten habe ich Nicolas Eichhorn ins Herz geschlossen, denn seine ganze Art und sein Sinn für Humor haben mich für seine Persönlichkeit eingenommen. Nicolas Eichborns Mund-Hirn-Kombination bzw. seine Art kein Blatt vor den Mund zu nehmen hat mich immer wieder zum Schmunzeln veranlasst.

Der Autor schafft es sehr schnell den Leser in die Geschichte zu katapultieren, Zusammenhänge einfach und unkompliziert zu erklären sowie die Hauptprotagonisten zu unseren Freunden zu machen. Aus diesem Grund freue ich mich auch das es ein Wiedersehen mit Nicolas Eicbhorn geben wird.

Obwohl es sich bei diesem Fall den Nicolas und Helen bearbeiten um eine fiktive Geschichte handelt, so ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Teile der Erkenntnisse aus den Ermittlungen leider so auch in der Realität existiert haben. Mehr wird nicht verraten, denn einige von Euch wollen das Buch bestimmt noch lesen. Wer mehr wissen will kann auf der Seite des Autors stöbern und Antworten finden.

Ein spannendes Thema, sehr realistisch beschrieben, mit sehr sympathischen und vor allen sehr humorvollen Ermittlern. Von mir bekommt das Buch 9 von 10 Punkte. Ein neues Zusammentreffen mit Nicolas und Helen würde mich sehr freuen. Habe ich schon gesagt, dass ich Nicolas Humor bzw. seine Art in Fettnäpfchen zu treten mag.

Wer auch mal einen Blick ins Buch werden möchte, der findet hier eine Leseprobe.

© claude

Freitag, 6. Februar 2015

Finstermoos - Aller Frevel Anfang von Janet Clark

Toller Auftakt für eine neue Jugendbuchreihe

Finstermoos eine kleine idyllische Gemeinde in Österreich, die vom Tourismus lebt, wird durch den Fund eines vor vielen Jahren verstorbenen Babys erschüttert. Bei Arbeiten auf der Baustelle ihres neuen Hauses in Finstermoos entdecken Valentin und sein Vater, was vor Jahren heimlich versteckt wurde. Das Bergdorf wird sofort von Journalisten überrannt. Auch Mascha und ihre Mutter machen sich auf den Weg nach Finstermoos, um einige Tage zu entspannen. Schon bald darauf geschehen seltsame auch auch lebensgefährliche Unfälle deren leidtragende Mascha und Valentin sind. Kurz darauf verschwindet Maschas Mutter auf einer Bergtour. Das kann doch alles kein Zufall sein. Hat Maschas Mutter bei ihrer Schnüffelei eine Entdeckung gemacht? Zusammen mit Valentin und weiteren neuen Freunden versucht Mascha ihre Mutter in den Bergen zu finden, aber irgendjemand möchte diese Suche verhindern...

Finstermoos - Aller Frevel Anfang ist der Auftakt einer neuen Jugendreihe, die aus vier Bänden besteht. Als kleinen Anheizer zu dieser Reihe hat Janet Clark auch ein eShort mit dem Titel Finstermoos - Im Bann der Vergessenen herausgebracht. Dieses habe ich kurz vor der Lektüre von Band eins gelesen und es hat sehr viel Appetit auf das Buch gemacht.

In diesem ersten Teil der Finstermoos-Reihe gibt uns die Autorin einen kurzen Einblick in das Dorfleben von Finstermoos. Auf den ersten Blick alles sehr beschaulich und idyllisch, aber man hat das Gefühl es brodelt im Hintergrund ganz gewaltig. Das Dorf hat ein Geheimnis oder auch zwei. Wie viele es genau sind kann ich noch nicht genau sagen, denn beim Lesen entstanden immer mehr Fragen auf die ich in diesem Buch noch keine Antworten gefunden habe. Natürlich soll das auch so sein. Die Autorin weckt unsere Neugierde, sie fordert den Leser geradezu zu Spekulationen heraus.

Eines ist nach der Lektüre dieses Buches aber gewiss. Die Reihe will unbedingt von mir weitergelesen werden, wenn im März der nächste Band erscheint, denn ich brauche Antworten auf meine Fragen und ich will mit diesem Ende nicht in der Luft hängen gelassen werden.

Ein spannender Auftakt einer neuen Jugendbuchreiche der von mir mit 9 von 10 Punkten bewertet wird. Empfehlenswert ist dieses Buch aber nicht nur für junge Erwachsene, auch Junggebliebene finden in diesem Buch Spannung und genug Raum für eigene Spekulationen.

Wer jetzt neugierig geworden ist kann hier noch ein bisschen auf der Seite des Verlags stöbern.

Teile der Reihe
eShort: Finstermoos - In Bann der Vergessenen
Band 1: Finstermoss - Aller Frevel Anfang
Band 2: Finstermoos - Am schmalen Grat
Band 3: Finstermoos - Im Angesicht der Toten
Band 4: Finstermoos - Bedenke das Ende

© claude